Norderstedt
Jahrmarkt

Das Norderstedter Stadtfest braucht neues Konzept

Wie immer am zweiten Wochenende im August steigt das dreitägige Amüsement für alle Generationen von Freitag, 14., bis Sonntag, 16. August, rund ums Norderstedter Rathaus.

Wie immer am zweiten Wochenende im August steigt das dreitägige Amüsement für alle Generationen von Freitag, 14., bis Sonntag, 16. August, rund ums Norderstedter Rathaus.

Foto: Andreas Burgmayer

Auch der Titel Kultur-Boulevard ist weiterhin umstritten. Der Vertrag mit der Agentur EPM läuft noch bis 2016.

Norderstedt. Doch, es findet wieder statt, das Norderstedter Stadtfest. Wie immer am zweiten Wochenende im August steigt das dreitägige Amüsement für alle Generationen von Freitag, 14., bis Sonntag, 16. August, rund ums Norderstedter Rathaus. Und schon wie im vorigen Jahr heißt das Bürgerfest nicht mehr Spektakulum wie bis 2013. Sondern wieder Kultur- Boulevard.

Doch dieser Begriff sorgte schon im letzten Jahr für Unmut. Die Bürger fragten zu Recht, warum der Titel des Jahrmarkts geändert wurde. In diesem Jahr fragten sie sich allerdings, ob das Stadtfest überhaupt stattfinden würde, da niemand Werbe-Plakate für das Fest sah und auch keine Ankündigungen in den Medien. Die Agentur EPM Concept Marktveranstaltungen GmbH in Bad Oldesloe hatte nicht zu einer Presse-Konferenz geladen, wie es noch zu Spektakulums-Zeiten üblich war. Die Presse-Unterlagen erreichten auch das Abendblatt erst spät und unvollständig.

„Wir haben die Plakatierung gemäß den Vorgaben der Verwaltung der Stadt Norderstedt durchgeführt“, sagt Kendra Hohn von EPM. Die Agentur-Mitarbeiterin sagt auch, dass noch weiterhin am Konzept des Stadtfests gearbeitet werden würde. „Wir bauen das Konzept aus und wollen einige Bereiche vertiefen“, sagt Hohn.

Die Namensänderung von Spektakulum in Kultur-Boulevard begründet sie damit, dass viele Mittelalter-Feste sich ebenfalls Spektakel nennen würden. „Da wollten wir uns mit dem Norderstedter Stadtfest einfach unterscheiden“, sagt Hohn und erteilt einer weiteren Namensänderung gleich eine Absage: „Das würde die Menschen nur noch mehr irritieren.“

Hohn verweist auf die Neuheiten beim Freitag beginnenden Stadtfest. Es gibt beispielsweise eine Flamenco-Show am Sonnabend, 17.15 Uhr, auf dem Kultur- und Kleinkunstpodium am Rathausmarkt, eine Bauchtanz-Show am Sonntag von 18 Uhr an, ebenfalls auf dem Kulturpodium, und „anspruchsvolle Musik und kein E-Gitarren-Gehämmere“.

Auf dem Kulturpodium versammeln sich auch das Duo Swing ’n’ Jazz am Sonnabend, 14.15 und 16 Uhr, Nico Valentino mit Magie und Illusionen am Sonnabend, 18 Uhr, Leo Riege am Sonntag, 13 und 15.30 Uhr. Dazwischen findet von 14 Uhr an eine Kinderzauber-Show statt.

Auch einige Norderstedter Vereine sind mit dem Lions Club, den Starlets Cheerleader SV Friedrichsgabe, DARC Ortsverband Norderstedt, Teakwon-Do Center Erlat und der TSV Line Dance City Stompers beim Stadtfest vertreten. „Weitere Vereine haben sich nicht gemeldet“, sagt Hohn und verweist auf die Ferienzeit.

Die Agentur EPM hat mit der Stadt Norderstedt noch für 2016 einen Vertrag für die Organisation des Stadtfests. „Es gehen viele Leute zum Stadtfest und amüsieren sich“ sagt Stadtsprecher Hauke Borchardt. Auch bei anderen Märkten, beispielsweise in Kiel und Husum, kämen die Besucher zu 80 Prozent, um zu essen und zu trinken. „Wir wünschen uns, dass es trotz der Ferienzeit ein gutes Fest wird“, sagt Borchardt diplomatisch.

„Das Stadtfest hat sich in dieser Form totgelaufen“, sagt hingegen Rajas Thiele. Der Geschäftsführer der Mehrzwecksäle GmbH hatte das Stadtfest 1995 zum 25. Geburtstag von Norderstedt erstmals organisiert. Jetzt empfiehlt Thiele ein „Alles wieder auf Anfang“, damit das Fest wieder ein Fest der Begegnung zwischen den Norderstedtern wird und keine anonyme Amüsiermeile auf grüner Wiese. Denn die „Bunte Meile“ mit Biergarten, Buden und Fahrgeschäften ist auf der grünen Wiese an der Heidbergstraße und damit ausgerechnet hinter der Herzklinik aufgebaut.

„Karussell, Los- und Pizzabuden gibt es überall, Norderstedt braucht in seiner Mitte wieder einen gemütlichen Treffpunkt auf dem Rathausmarkt, der viel zu wenig bespielt wird, und es müssen auch nicht gleich drei Tage sein“, sagt Thiele.

Öffnungszeiten des Kultur Boulevards: Freitag von 16 bis 24 Uhr, Sonnabend von 14 bis 24 Uhr, Sonntag, von 11 bis 20 Uhr. Der beliebte ökumenische Gottesdienst findet auch diesmal nicht statt. Dafür gibt es auf der Rathausmarkt-Bühne von 11 Uhr an einen Jazz-Frühschoppen mit Swing ’n’ Jazz.