Norderstedt
NZ-Regional

Kein Thema für den Stammtisch

Um eins klar zu sagen. Das Thema eignet sich weder für Stammtische noch für Pegida. Was auf den ersten Blick so wirken könnte, dass arme Norderstedter oder, noch plakativer, Deutsche leiden müssen, damit es den Flüchtlingen gut geht, entpuppt sich spätestens auf den zweiten Blick als Irrtum. Der Reihe nach: Die Stadt hat die Nutzungsgebühr für die Notunterkünfte drastisch erhöht.

Das trifft auch knapp 90 Norderstedter, die in den Obdachlosenunterkünften wohnen, manche schon seit Jahren, obwohl diese Unterkünfte nur Übergangslösungen sein sollen. Dass sich Betroffene wie Hans Ehmke ärgern und darunter leiden, ist verständlich. Doch offenbar blieb Verwaltung und Politikern angesichts steigender Flüchtlingszahlen und damit wachsender Kosten keine andere Wahl, als die Gebühr zu erhöhen, denn: Der Bund erstattet in der Regel die Ausgaben für die Unterbringung der Flüchtlinge.

Die Stadt hat die Notbremse gezogen – und dabei die Menschen, die hier geboren sind, hier gearbeitet und Steuern gezahlt haben, eben nicht aus dem Blick verloren. Zum einen sichern Sozialleistungen den Lebensunterhalt, sie müssen allerdings beantragt werden. Zum anderen engagiert sich die Stadt gerade jetzt für die Obdachlosen. Sie bekommen eine neue, moderne Unterkunft. Mit Partnern und einem speziellen Programm bemühen sich die Verantwortlichen zudem gezielt, den Menschen, die in den Notunterkünften leben, zu einem eigenständigem Leben mit eigener Wohnung und einem Job zu verhelfen.