Norderstedt
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Der Hunde-Kindergarten

Janina Goebelshagen betreibt in Norderstedt einen Pfötchenhort für Hunde, die nicht größer als 45 Zentimeter sind

Norderstedt.  Gina ist zwar ziemlich klein, unter den Kleinen ist sie aber die Größte: Die Jack-Russell-Dame ist Chefin auf dem Platz. Alles hört auf ihre Kommando. Dabei ist sie aber nicht unangenehm, sondern eher ziemlich reizend. Weiß sich aber durchzusetzen. So muss es sein, so ist es immer: Wenn viele Hunde zusammen sind, ist einer der Chef. Im Pfötchenhort an der Oststraße ist es nicht anders: Hier sind die Hunde klein bis zart, oft noch sehr jung – aber Rudel ist eben Rudel. Daran führt kein Weg vorbei.

Janina Goebelshagen hat sich im Norderstedter Gewerbegebiet einen kleinen Lebenstraum erfüllt: Die 35 Jahre alte Norderstedterin, die bisher als Disponentin gearbeitet hat, führt hier so etwas wie einen Hunde-Kindergarten. Genau genommen ist sie die zweibeinige Chefin auf dem Platz. Denn im Zweifel hören die Hunde nicht auf Gina, sondern auf Janina. Wenn Janina mal gerade nicht zu sehen ist, übernimmt wieder Gina.

Der Begriff Kindergarten soll hier einmal beiseite geschoben werden. Sprechen wir also von einem Hundegarten. Aber das Prinzip ist durchaus ähnlich. In einem Kindergarten werden die Kinder morgens abgegeben, mittags, nachmittags oder abends wieder abgeholt. Nicht anders funktioniert der Hundegarten. Die Tiere werden morgens abgegeben, nach Stunden wieder abgeholt.

Natürlich gibt es Hunde-Pensionen, die ähnlich funktionieren. Janina Goebelshagen aber hat es sich etwas Besonderes ausgedacht: Bei ihr werden nur Hunde betreut, die eine Schulterhöhe von 45 Zentimeter nicht übersteigen. Das können junge Hunde sein, die noch nicht ausgewachsen sind, oder ältere Hunde, die eben nicht größer werden. Wie Gina, die Jack-Russell-Dame, oder Lotta, die Bulldogge, oder Lenox, der Yorkshire-Terrier, oder Oskar, die Promenadenmischung. Mischhund Mogli ist zwölf Jahre alt und von seiner Größe her gerade so an der Grenze. Mehr geht nicht.

„Viele Hunde, die bei mir abgegeben werden, sind tatsächlich erst neun bis 13 Monate alt“, sagt die Hundegarten-Chefin, die jeden Morgen selbst einen kleinen Hund mitbringt: Pelle ist ein Jack-Russell-Yorkshire-Mix, vier Jahre alt. Weil er die Chefin besonders gut kennt, könnte man meinen, er wäre der Boss auf dem Platz. Ist aber nicht so. Hunde haben da so ihre ganz eigenen Vorstellungen und Regeln.

Warum nur kleine Hunde? Janina Goebelshagen will, dass die kleinen Hunde nicht von den großen Hunden untergebuttert werden. Sie sollen sich angstfrei entfalten können. Dafür stehen hinter einer Gewerbehalle 800 Quadratmeter Auslauf mit diversen kleinen Attraktionen für die Schnüffelnasen zur Verfügung. Gießt es in Strömen, können sich die Hunde samt Aufpasserin in einen gut eingerichteten Container zurückziehen. Zwölf Hunde pro Tag, mehr will die Pfötchenhort-Chefin nicht aufnehmen.

Jung und alt in einem Rudel – funktioniert das? „Das geht wunderbar“, sagt Goebelshagen. „Die Welpen lernen von den Großen.“ Inzwischen hat sich die Existenz dieser Einrichtung herumgesprochen: Viele Kunden kommen aus dem Gewerbegebiet Oststraße und lassen ihre Hunde hier während der Arbeitszeit betreuen (18 Euro von 7.30 bis 19 Uhr), andere nutzen die Gelegenheit stundenweise (vier Euro je angefangene Stunde). Die ganz persönlichen Streicheleinheiten der Chefin sind für die Hunde inklusive.

Mehr über den Pfötchenhort unter www.pfoetchenhort.de im Internet.