Norderstedt
Bildung

Neues „Schutzkonzept“ für die Kindertagesstätten

Annegret Horn (pädagogische Fachberaterin der Verwaltung, von links), Ute Hartmann (Leiterin Kita Bürgerhaus), Birgit Engel-Garbrecht (Leiterin Kita Theodor-Storm-Straße)

Annegret Horn (pädagogische Fachberaterin der Verwaltung, von links), Ute Hartmann (Leiterin Kita Bürgerhaus), Birgit Engel-Garbrecht (Leiterin Kita Theodor-Storm-Straße)

Foto: Christopher Herbst / HA

Henstedt-Ulzburg hat jetzt mit großem Aufwand einen Leitfaden für öffentliche Einrichtungen erstellt.

Henstedt-Ulzburg.  Es gibt kaum schwierigere Situationen für Menschen, die in Kindertagesstätten arbeiten. Wenn der Verdacht vorliegt, das Wohl eines Kindes könnte gefährdet oder es könnte bereits ein Missbrauch vorgefallen sein, muss schnell und zielgerichtet interveniert werden. Der Bund hat hierfür bereits 2012 mit einem neuen Kinderschutzgesetz verbesserte Rahmenbedingungen geschaffen, woraufhin unter anderem der Kreis Segeberg alle Träger aufgefordert hat, die neuen Standards umzusetzen.

Für die öffentlichen Einrichtungen in Henstedt-Ulzburg war dies der Anlass, mit großem Aufwand einen umfangreichen Leitfaden zu erarbeiten – das „Schutzkonzept“ ist nicht nur Anleitung für Fachkräfte, die aus der Ausbildung kommen, sondern soll auch ein Nachschlagewerk für erfahrene Mitarbeiter sein, sodass die Handlungssicherheit gestärkt wird. „Das Konzept bestimmt den Standard, es legt Abläufe für den Fall eines Falles fest“, sagt Annegret Horn, pädagogische Fachberaterin der Verwaltung. Sie hat zusammen mit Vertretern der zehn kommunalen Kitas zwei Jahre lang den Verhaltenskodex formuliert.

So wurden die Rechte der Kinder gestärkt. Das heißt: Sie sollen wissen, bei wem sie sich wie beschweren können. Eine Option sind Smiley-Buttons, mit denen sie Gefühle und Probleme signalisieren können. „Das ist dann auch für Eltern nachvollziehbar“, sagt Annegret Horn. Im Schutzkonzept werden explizit auch Verhaltensauffälligkeiten der Kinder untereinander genannt, bei denen die Fachkräfte umsichtig einschreiten müssen.

Derzeit betreuen 200 Mitarbeiter in Horten, im U3- sowie im Ü3-Bereich etwa 1500 Kinder. Wer hier beschäftigt ist, muss ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, das alle fünf Jahre erneuert wird – so ist der Standard im Kreis. Keine Anstellung bekommen Menschen, die wegen sexuellen Missbrauchs oder wegen Verletzung der Aufsichtspflicht vorbestraft sind. Horn ist bewusst, dass Männer kritischer gesehen werden. Fälle wie vom Mai 2014 in Bad Segeberg, als ein 19-Jähriger wegen Verdachts auf Missbrauch festgenommen wurde, hallen nach.

Sowohl für den Verdacht auf Kindeswohlgefährdung als auch für vermutliches grenzverletzendes Verhalten von Kita-Beschäftigten gibt es klare Abläufe, die per Diagramm in dem Leitfaden aufgezeigt werden. Dazu sind alle Adressen und Anlaufstellen von Beratungen und Behörden aufgelistet. Das Schutzkonzept kann von jedem Bürger auf der Gemeinde-Internetseite (www.h-u.de) im Bereich „Veröffentlichungen“ abgerufen werden.