Norderstedt
NZ-Regional

Das sagt der Experte

Das Reetdachhaus an der Ulzburger Straße/Ecke Quickborner Straße wurde 1791 gebaut. Trotz des Alters konnte es jetzt abgerissen werden. Es fiel nicht unter den Denkmalschutz. Der wird zurzeit neu geordnet, und die Denkmalschützer fahren durch ganz Schleswig-Holstein, immer auf der Suche nach schützenswerten Bauten, nach Kulturdenkmalen.

Doch welche Kriterien muss ein Gebäude erfüllen? „Ein Reetdach allein ist kein Kriterium, um ein Haus unter Denkmalschutz zu stellen und damit zum Kulturdenkmal zu machen“, sagt Dr. Nils Meyer von der Fachabteilung Gebietsreferat und praktische Denkmalpflege des Landes Schleswig-Holstein. Ein Haus müsse vielmehr eine historische Bedeutung haben, sich im Originalzustand befinden und ortsbildprägend sein. Derzeit werde aber auch auf Reetdachhäuser geguckt, weil sie ein Indiz für einen alten Bestand seien. „Es gibt viele Häuser, auf denen einmal ein Reetdach gebaut war, auch die können noch unter Umständen unter Denkmalschutz fallen“, sagt Meyer.
Andererseits sei das Alter allein auch kein Kriterium. Es könnten auch neuere Gebäude als Kulturdenkmal eingestuft werden. Zurzeit gebe es landesweit keine exakten Listen für diese Kulturdenkmale. Nur bei Nennung einer Adresse können die Denkmalschützer in Kiel sagen, ob ein Haus unter Schutz steht. Unter Norderstedts Reetdachhäusern steht bis jetzt nur eines im Alten Dorf Garstedt auf der Prüfliste.