Norderstedt
Kayhude

Midsommer-Fete trifft den Nerv des Dorfes

Die Bands begeisterten das Publikum altersübergreifend

Die Bands begeisterten das Publikum altersübergreifend

Foto: Heike Linde-Lembke

Mehr als 400 Gäste feierten beim ersten Midsommer-Musikfestival auf dem Sportplatz in Kayhude bis spät in die Nacht.

Kayhude.  So ein Fest braucht das Dorf! Darüber waren sich Bands, Besucher und Veranstalter einig. Das erste Midsommer-Musikfestival auf dem Sportplatz brummte. Noch um Mitternacht rockten rund 400 Gäste vor der Freilichtbühne ab – und das bei gefühlten Temperaturen von fünf Grad. Auf dem Bühnenwagen sangen nachmittags Chöre wie Chorios-Krause-Töne und der Jugendchor Nahe.

Dann eroberten die Bands das Podium, beispielsweise The Fridge mit der 15-jährigen Sängerin Sophie Erdmann, Gitarrist Lukas Westenberger, 16, Drummer Jonas Geerke, 16, und Bassist Nico Studt, ebenfalls 16 Jahre alt. Sie spielten Songs wie Wolke 4, Something I Need bis zu Someone Likes You.

„Es sind viele Leute aus der Gegend hier, und wir brauchen so ein Festival“, sagte Sophie Erdmann, die ihre Lieder mit einer vollen Stimme stimmungsvoll über die Rampe rockte. Die Bandmitglieder kommen aus Nahe, Itzstedt und Leezen und spielen seit zwei Jahren zusammen. Das Festival bot ihnen den ersten öffentlichen Auftritt – und der war durchaus gelungen.

„Ich bin mehr als zufrieden, denn ich hatte nicht erwartet, dass am frühen Abend schon 300 Leute auf die Wiese kommen“, sagte Karl-Heinz Klocke, der mit seiner Band Desert Dancers die Idee zu dem Festival hatte. Start war schon um 15 Uhr, damit alle Bürger kommen konnten.

„Wir wollten nach einem Jahr gemeinsamer Proben raus aus dem Keller und vor Publikum spielen“, sagte Klocke. Mit Rico Harstall und weiteren Bands der Region entwickelte er das Midsommer-Musifestival, holte die Freiwillige Feuerwehr Kayhude ins Team, die für Leckeres vom Grill, Kühles im Glas und Brandschutzwache sorgte. „Wir machen mit 20 Leuten mit, weil das eine gute Idee ist, und weil Kayhude so ein Fest braucht“, sagte Hauptbrandmeister Thorsten Küpers.

„So ein Fest hat Kayhude gebraucht“

Ab 19 Uhr kamen dann im raschen Rhythmus Bands wie Groovy Tuesday, Subway 11, Desert Dancers von Klocke, Perfect Nobodies und die Band Dauerton aufs Podium und rockten ab. Dauerton kommt aus Pinneberg und hat das Festival mit Technik und Equipment zum Klingen gebracht. „Wir haben Teile der Anlage zur Verfügung gestellt, weil das Festival eine gute Idee ist und jungen Bands eine Auftrittsmöglichkeit bietet“, sagte Jörg Kalff, Bassist bei Dauerton. Die Band singt nur eigene Songs und spielt zumeist Deutschrock.

So gemischt wie das Publikum waren auch die Bands. Beispielsweise Groovy Tuesday mit sechs Hobbymusikern zwischen 22 und 66 Jahren, vom Augenoptiker bis zum pensionierten Lehrer. Sie spielten Coversongs von Rock bis Pop, darunter Beatles-Songs wie „Help“ und „Sunny Afternoon“ von den Kinks. Das kam an, bei dem familieneigenen Fans und Freunden ebenso wie bei denen der anderen Bands, und vor der Bühne rockten und kreischten die Mädels von drei bis 50 ebenso ab wie der alte Herr mit Gehstock.

„So ein Fest hat Kayhude gebraucht, das ist richtig gut, das ganze Dorf ist auf den Beinen“, freuten sich Maren Lengnick, Petra Fischer und Silke Adomat aus Kayhude, die sich auf Campingstühlen am Knick gemütlich eingerichtet hatten. „Einfach cool“, sagte Mandy Spielmann, 18, knapp und ihre Freundin Melanie Doller, 18: „Sonst gibt’s hier nur was für Kinder, jetzt auch endlich mal etwas für uns.“ Klocke, Harstall und Team haben den Nerv eines ganze Dorfes getroffen. Hauptsache, 2016 geht es weiter!