Norderstedt
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Mit dem alten Packard in den Stadtpark

Heiko Sierk war am Sonntag im Norderstedter Stadtpark mit einem Packard Clipper de Luxe vertreten

Heiko Sierk war am Sonntag im Norderstedter Stadtpark mit einem Packard Clipper de Luxe vertreten

Foto: Frank Knittermeier / HA

Am Sonntag trafen sich Autoliebhaber beim Oldtimer-Picknick im Norderstedter Stadtpark. Dort gab es einige Hingucker zu sehen.

Norderstedt. Es gibt viele Gründe für die Anschaffung eines Oldtimers. Aber die eigene Geldbörse oder das Bankkonto sollten dabei im Blick bleiben: Ganz billig ist das Vergnügen nicht. Franco Mathias aus Quickborn freut sich über seinen Peugeot 404 aus dem Jahr 1963 und seinen Fiat 500, Baujahr 1969, aber selbst reparieren kann er sie nicht. Der Geschäftsführer einer Beteiligungsgesellschaft bringt die Fahrzeuge im Falle eines Falles in die Werkstatt. „Ich will fahren und nicht schrauben“, sagt er.

Seine Oldtimer gehörten am Sonntag im Norderstedter Stadtpark eher zu den jungen Alten. Der Veteranen-Fahrzeugverband Norddeutschland und das Team von Pinneberg-Mobil hatten wieder zum Oldtimer-Picknick eingeladen: Autos, die mindestens 30 Jahre alt sind, konnten am Seeufer zur Schau gestellt werden.

Ein echter Hingucker war dabei der Packard Clipper de Luxe von Jutta und Heiko Sierk: Echtes US-Feeling im Stadtpark. Wuchtig, klotzig und liebenswert. Wer diesen Wagen sieht, denkt an Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann, an Eisenhower und Truman. 1953 wurde dieses elegante Auto gebaut. 5,4-Liter-Motor, 160 PS, Drei-Gang-Schaltung mit Overdrive. Etwas für das Auge, aber nichts für den täglichen Gebrauch, obwohl das Ehepaar Sierk damit schon bis nach Schweden gefahren ist. 16 Liter Benzin pro 100 Kilometer. Da kann man nicht meckern. „Bei diesem Modell wurde damals schon auf den Benzinverbrauch geachtet, obwohl derartige Gedanken sonst nirgends eine Rolle gespielt haben“, sagt Heiko Sierk. Rund 2500 Dollar hat das Auto vor 60 Jahren gekostet, heute müssen Oldtimer-Liebhaber etwa 20.000 Euro hinblättern.

Tage wie den gestrigen Sonntag genießen die Sierks: Sie fühlen sich wohl in der Oldtimer-Szene, in der sie seit etwa zehn Jahren vertreten sind. „Hier lernt man interessante Menschen kennen“, sagt Jutta Sierk, die sich selbst nur selten hinter das Packard-Steuer setzt.