Norderstedt
Unfall

Rentner fährt in Norderstedt gegen Imbissbude

Der Rentner zeigte sich vor Gericht wenig einsichtig

Der Rentner zeigte sich vor Gericht wenig einsichtig

Foto: Jens Kalaene / dpa

Anschließend fuhr er weiter, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Jetzt musste er sich vor Gericht verantworten.

Norderstedt.  Peter B., 75, aus Kaltenkirchen hätte sich dieses Strafverfahren ersparen können, denn die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann, dem sie Fahrerflucht vorwirft, angeboten, das Strafverfahren gegen Zahlung einer Geldbuße von 100 Euro einzustellen. Das wollte der Rentner jedoch nicht, denn er fühlte sich im Recht, was er vor dem Amtsgericht in Norderstedt wortreich zum Ausdruck brachte.

Laut Anklage soll B. Ende August 2014 auf dem Famila-Parkplatz in Kaltenkirchen gegen eine Imbissbude gefahren sein. Die Folge: Eine Seite des mobilen Verkaufsstandes wurde eingedrückt und ein Teil der Verankerung gelöst, wobei ein geringer Schaden von 240 Euro entstand.

Der Angeklagte behauptet, er sei in die enge Fahrgasse zwischen dem Parkplatz und der Imbissbude hineingefahren und habe einen Bauzaun leicht berührt. Dann habe er bemerkt, dass er dort nicht weiterkomme und sei rückwärts wieder hinausgefahren. Ein Schaden sei nicht entstanden.

Tatsächlich war der Parkplatz zu jener Zeit in diesem Bereich wegen der Bauarbeiten für den Pkw-Verkehr gesperrt. Die Verkäuferin in dem Imbisswagen berichtet davon, wie sie den Wagen des Angeklagten gesehen und bemerkt habe, dass der gar nicht da durchpasse. Sie habe versucht, den Fahrer aufzuhalten. Doch da habe es schon gekracht. Auch die Servicekraft des benachbarten Bäckerstandes erzählt, sie habe ein Scheppern gehört und den Wagen dann zurücksetzen sehen.

Das sei alles gelogen, ereifert sich der Angeklagte. Als ihm Amtsrichter Jan Buchert die von der Polizei angefertigten Fotos des beschädigten Imbissstandes zeigt und darauf hinweist, dass dort gar keine Bauzäune seien, behauptet der Angeklagte, die habe man dann vor dem Fotografieren entfernt.

„Ich musste da schnell weg, weil Bauteile umherflogen“, erklärt der Angeklagte und ergänzt, dass sei ja wohl eine Schweinerei, dass der Richter den beiden Zeuginnen mehr glaube als ihm.

Amtsrichter Buchert lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und verurteilt den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 375 Euro. (mak)