Norderstedt
Bad Segeberg

Personalmangel: DRK kündigt 40 Pflegeverträge

Bad Segeberg. In den letzten Wochen haben 40 Personen aus der Region nordöstlich von Bad Segeberg persönliche Briefe vom Deutschen Roten Kreuz erhalten, in denen um Verständnis dafür gebeten wurde, dass Versorgungsverträge für ambulante Pflegeleistungen zum 1. Juli gekündigt werden müssen. Dazu wurden die Empfänger darum gebeten, sich um einen neuen Pflegedienst zu bemühen. Ein ungewöhnlicher Vorgang, der einen ernsten Hintergrund hat, wie das DRK nun mitteilte.

So habe sich die Situation in der betroffenen Region zuletzt weiter zugespitzt – zwei Kräfte gingen in den Ruhestand, neues Personal konnte nicht gewonnen werden. Die Interimslösung, die Pflege aus Bad Segeberg zu betreiben, könne nicht mehr aufrechterhalten werden, da dort ebenso nur begrenzt Personal zur Verfügung stehe, so das DRK, das im Kreis Segeberg neun Pflegeteams mit 200 Mitarbeitern im Einsatz hat.

Betroffenen erhalten persönliche Beratung bei Suche nach Alternativen

Wie die prekäre Versorgungslage im stark ländlich geprägten Raum verbessert werden soll, ist noch unklar. „Wir lassen niemanden im Stich und arbeiten gemeinsam mit unseren Kunden an Lösungen, wenn sie dies wünschen“, sagt Stefan Gerke, DRK-Vorstand im Kreis Segeberg. So werde es für jeden Betroffenen eine persönliche Beratung bei der Suche nach Alternativen geben. Gerke: „Ich bin zuversichtlich, dass wir gangbare Wege aufzeigen können. Das sind wir ihnen schuldig.“

Eine Lücke in der ambulanten Pflege soll es allerdings unter keinen Umständen geben, wie das Rote Kreuz versichert. Gibt es Fälle, bei denen bis zum 1. Juli keine Alternative gefunden wurde, will das DRK die Versorgung gewährleisten, bis eine Lösung gefunden ist. Probleme wie etwa lange Fahrzeiten haben allerdings auch andere Anbieter. So könnte einigen Angehörigen nur bleiben, die Pflegebedürftigen in einem Heim unterzubringen.