Norderstedt
Prozess

Zwei Frauen tot: Ferrari-Fahrer in Norderstedt vor Gericht

Laut Anklage soll der Ferrari-Fahrer für den Tod von zwei Frauen verantwortliche sein. Die Fahrerin des Kleinwagens starb sofort, die Beifahrerin erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen

Laut Anklage soll der Ferrari-Fahrer für den Tod von zwei Frauen verantwortliche sein. Die Fahrerin des Kleinwagens starb sofort, die Beifahrerin erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen

Foto: Volker Hartmann / dpa

Der 60-jährige Sportwagenfahrer war auf der Schleswig-Holstein-Straße verunglückt – zwei Frauen starben bei dem Unfall.

Norderstedt.  Fahrlässige Tötung wirft die Staatsanwaltschaft einem 60 Jahre alten Geschäftsmann aus Ellerau vor, der von diesem Mittwoch an in Norderstedt vor dem Amtsgericht steht. Er soll laut Anklageschrift für den Tod von zwei Frauen verantwortlich sein, die am 29. Dezember 2013 auf der Schleswig-Holstein-Straße ums Leben kamen, als der Angeklagte die Kontrolle über seinen Ferrari verlor.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass der Mann beim Abbiegen auf die Schleswig-Holstein-Straße den Sportwagen zu stark beschleunigte. Dabei geriet der Wagen auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit dem Chevrolet Matiz einer 57 Jahre alten Norderstedterin. „Aufgrund der Kollision soll das Fahrzeug der Geschädigten rund 30 Meter zurückgeschleudert worden sein“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Kiel. Der Ferrari fing nach der Kollision Feuer.

Serie von schweren Unfällen

Die 57-Jährige war sofort tot. Die 59 Jahre alte Beifahrerin des Ferrari-Fahrers erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen einen Tag nach dem Unglück in Norderstedt. Bei der Toten handelt es sich um die Lebensgefährtin des Ferrari-Fahrers.

Das Unglück gehörte zu einer Serie von schweren Unfällen auf der Schleswig-Holstein-Straße in Norderstedt, die Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr in Atem hielten. Innerhalb von nicht einmal zwei Jahren starben dort sechs Menschen. Im November 2014 geriet ein McLaren auf die Gegenfahrbahn, wo es zu einem Frontalzusammenstoß kam. Dabei starben ein 57 Jahre alter Norderstedter in seinem Opel und der McLaren-Fahrer. Ein acht Jahre alter Junge erlitt auf dem Beifahrersitz des Sportwagens schwere Verletzungen. Im Februar 2014 kamen zwei Männer in einem völlig zerstörten Ford Focus ums Leben, der gegen einen Baum geprallt war.

Der Prozess gegen den Ferrari-Fahrer beginnt 8.30 Uhr. (tz)