Norderstedt
NZ-Regional

Geh aus mein Herz und suche Freud

Die schönste Zeit im Jahr ist da. „Geh aus mein Herz und suche Freud“ – dieses Paul-Gerhardt-Lied kennen fast alle, große und kleine Menschen. Gut 350 Jahre ist es jetzt alt. Unverdrossen wird es gesungen, bei Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen ebenso wie im sonntäglichen Gottesdienst. Mit seinen 15 Strophen hat es allerhand zu bieten. Von der Wiege bis zum Ausblick auf die Vergänglichkeit und den Tod: „die Glucke führt ihr Völklein aus“, „der Weizen wächset mit Gewalt“, „Ich selber kann und mag nicht ruhn“, „welch hohe Lust, welch hoher Schein“ bis hin zu „Erwähle mich zum Paradeis, und lass mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen...“

Das ganze Leben wird hier beschrieben in Bildern, die von der Natur auf das menschliche Leben übertragen werden können. Und das Wichtigste dabei: Geh aus mein Herz! Mache dich auf, öffne dich. Lass all das los, was dich hindert und beschwert, lasse dich ein und fließe mit den Bächlein, fliege mit der Lerche, grüne an Leib und Seele wie eine Blume, wie ein Baum.

Der Sommer kommt. Mit ihm die Farben. Die Maus Frederik nahm alle Farben in sich auf, schaute in den Himmel, auf die Erde - und tat nicht das, was alle anderen taten: Vorräte sammeln für den Winter. Die anderen Mäuse verspotteten ihn: Du Fauler! Doch als im Winter die Vorräte zur Neige gingen, konnte die Maus Frederik von den Farben erzählen, von dem, was alles zu sehen, zu erleben gewesen war. Und trotz hungriger Mägen schafften die Mäuse es über den Winter, blieben mutig, blieben fröhlich.

Das wünsche ich Ihnen: Möge das Blau des Himmels Ihnen leuchten, auch wenn der Himmel jetzt gerade trübe ist. Möge das Rot der Mohnblume Sie anlachen. Möge das Licht der Sonne Sie nähren. Möge die Kraft der Erde Ihnen Wachstum schenken und Sie aufrichten!

Friederike Heinecke ist Pastorin der Ev.-Luth.
Kirchengemeinde Vicelin-Schalom in Norderstedt