Norderstedt
Ausstellung

Filigrane Fotokunst, Malerei und Stroh-Installation

Foto-Künstlerin Julia Ackermann fotografierte die Schatten von  Palmen- und Bambusblättern in den Wäldern von Vietnam

Foto-Künstlerin Julia Ackermann fotografierte die Schatten von Palmen- und Bambusblättern in den Wäldern von Vietnam

Foto: Heike Linde-Lembke

20 Künstlerinnen und Künstler des Künstlerbunds Rendsburg-Eckernförde zeigen neuste Werke in der Norderstedter Rathaus-Galerie.

Norderstedt.  Sie ging mit einer weißen Pappe in die Bambus- und Palmenhaine von Vietman, legte die Pappe unter die Pflanzen und fotografierte die Schatten der Blätter auf der Pappe. Heraus kamen wundersame Gebilde mit geschwungenen und strengen Linien.

Die Fotos zog Julia Ackermann auf Leinwand, deren gröbere Struktur die Wirkung noch verstärkt. Zu sehen ist die Fotokunst jetzt in der Ausstellung „Ohne Titel“ des Künstlerbunds Rendsburg-Eckernförde in der Galerie des Norderstedter Rathauses. Die Vernissage ist am Sonntag von 16 Uhr an.

Franck Blady will den Menschen mit seiner Kunst auf die Schliche kommen und fragt, wer bin ich, und wer will ich sein? Er beraubt Models ihrer Glamour-Umgebung und wirft die Frauen damit auf sich selbst zurück. Die fast monochromen Fonds seiner Bilder lassen noch die glitzernde Modewelt ahnen, doch die Frau am rechten Rand wirkt trotz Kleidung entblößt, einsam und verzweifelt. Der gebürtige Pariser, der in Eckernförde lebt und seit 2001 einen Lehrauftrag an der Internatsstiftung Louisenlund hat, zeigt das Hässliche der schönen Scheinwelt.

20 Künstlerinnen und Künstler des Künstlerbunds präsentieren in der Schau ihre Werke. Im Gegensatz zu anderen Kunstvereinen nimmt der Künstlerbund nur professionelle Künstler auf. So sind denn auch in Norderstedts Rathaus-Galerie durchweg sehenswerte Exponate ausgestellt.

Beispielsweise von Clemens C. Franke. Er schichtete Strohballen zu einer 1,40 Meter hohen Säule und platzierte schräg obendrauf einen Betonklotz. Der aussagestarke Inhalt entsteht aber erst mit der Fotografie der unteren Hälfte einer Frau im Rock, in derben Strümpfen und Pantoffeln. Der Titel „Denkmal für die kleinbäuerliche Landwirtschaft“ ist die Klammer der Installation.

Volker Altenhof thematisiert mit seinen Farbräumen sein Leben am Meer. Vielfach ist er erst nach 20 Farbschichten, nach vielen Einritzungen, Farb-Lavierungen und Chiffren hurfrieden mit seiner Malerei, mit der er innere Tiefe und Weite umsetzen will.

Zu sehen bis 28. Juni, montags, dienstags, donnerstags und sonntags von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr in der Rathaus-Galerie, Rathausallee 50.