Norderstedt
Freizeitvergnügen

Volksfeste an Pfingsten lockten Tausende von Gästen

Der Cirqu’Oui zeigte im Norderstedter Stadtpark, wozu ein einfacher Reifen gut sein kann. Viele Besucher erfreuten sich an den Darbietungen der Straßen- und Zirkuskünstler

Der Cirqu’Oui zeigte im Norderstedter Stadtpark, wozu ein einfacher Reifen gut sein kann. Viele Besucher erfreuten sich an den Darbietungen der Straßen- und Zirkuskünstler

Foto: Frank Knittermeier

Im Norderstedter Stadtpark trafen sich bereits zum fünften Mal Straßen- und Zirkuskünstler zum entschleunigten „ParkPerPlex“.

Norderstedt.  Die Zuschauer waren vorgewarnt: Gregor Wollny, Pantomime, Komiker, Clown betritt gerne Fettnäpfchen! Das stand im Programmheft – und der Gute tat alles, um derartige Vorurteile zu bestätigen: Mit einer Konfettipistole schoss er eine Taube ab, nachdem er ihr vorher schon einen Flügel ausgerissen hatte. Es war natürlich eine künstliche Taube, aber es war tatsächlich etwas fragwürdig, eine derartige Show gleich hinter dem Eingang des Stadtparks zu bieten. Gregor hatte jedoch auch bessere Tricks in seinem Repertoire: Als er einen Zollstock in Tiere verwandelte, waren die Zuschauer wieder versöhnt.

Zum fünften Mal stand der Stadtpark im Zeichen von „ParkPerPlex“, dem internationalen Fest der Straßen und Zirkuskünste, und wieder strömten Tausende von Besuchern in den Park, um entschleunigten Künstlern bei der Arbeit zuzusehen. Es war wundersam: Gaukler und Ein-Mann-Kapellen in Fahrzeugen überall auf den Wegen, Stelzenmänner und -frauen, ein Ganzkörpertrommler, eine Dame, die mit einem Riesenreifen so ziemlich alles machen kann und der ihr aufs Wort gehorcht, ein junger Mann, der merkwürdige Instrumente beherrscht und mit Apfelsinen jongliert. All das bot den vielen Besuchern muntere Unterhaltung. Keine Sensationen, aber viel feinsinnige Poesie, geboten von Straßenkünstlern, denen es sichtlich Spaß machte, ihr Publikum zu unterhalten.

Wer Lust hatte, konnte auf unvergleichliche Weise entspannen: In einer aufgestellten Schubkarre liegend, die Füße massieren lassen und dabei Reggae-Musik hören, die aus einer Musikanlage ertönte, die auf einem alten Vespa-Roller mit Beiwagen installiert war. Das hatte schon etwas. Da war mancher Besucher tatsächlich völlig perplex.

Aber auch sonst gab es am Pfingstwochenende einige Veranstaltungen, die viele Besucher anlockten. In Henstedt-Ulzburg zum Beispiel gehört ein Pfingstausflug zur Götzberger Mühle einfach zum familiären Pfingstrepertoire. Denn der zweite Pfingsttag ist in Deutschland traditionell der Mühlentag, an dem Mühlen zur Besichtigung geöffnet sind.

Viele kamen mit ihren Fahrrädern, aber der Mühlenverein hatte vorgesorgt. Mit Bändern am Straßenrand wurde unmissverständlich klar gemacht: Hier darf nicht geparkt werden. Die Autos konnten einige hundert Meter weiter auf einer Wiese abgestellt werden.

An der Mühle und in der Mühle gab es allerhand zu sehen, zu erleben und zu probieren. Zum Beispiel die in Henstedt-Ulzburg schon legendäre Buchweizentorte, die in diesem Jahr mit Preiselbeeren gebacken wurde. 2,50 Euro das Stück – viele Besucher ließen sich gleich mehrere Stücke für den heimischen Kaffeetisch einpacken. Die 100 Tortenstücke waren schnell verkauft.

Der Kinderschutzbund hatte wieder sein Spielmobil ausgepackt, Andreas Sommer bot selbst gebackenes Brot an, in der Mühle konnten sich die Besucher zeigen lassen, wie früher gemahlen wurde. Mitglieder des Mühlenvereins erklärten die Funktion der Mühle und das alte Handwerk auf anschauliche Weise.

Ein Volksfest war in Tangstedt auch wieder das Ringreiten auf dem Wilstedter Dorfplatz. 23 Kinder versuchten am Sonnabend den Ring zu treffen, 25 erwachsene Reiter waren am Sonntag im Rennen um den Ringreiterpokal. Dazwischen wurde gefeiert: Der Ringreiterball war Treffpunkt aller Reiter und vieler Gäste des traditionsreichen Festes.

Der Festumzug am Sonntag, angeführt vom Spielmannszug Traventahl, war ein weiterer Höhepunkt. des Ringreiterfestes in Tangstedt. Hier präsentierten sich auch die Blumenmädchen, die später auf dem Festplatz ihre kleinen Sträuße für einen guten Zweck verkauften.