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Nahverkehr

Verkehrsminister: 2020 fährt die S-Bahn bis Kaltenkirchen

Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) ging auch auf die Sorgen der AKN-Mitarbeiter ein

Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) ging auch auf die Sorgen der AKN-Mitarbeiter ein

Foto: Wirtschaftsministerium S-H. / dpa-tmn

Verkehrsminister Meyer hat im Landtag den Zeitplan für die neue Bahnlinie vorgestellt. Bund soll bis zu 60 Prozent der Kosten tragen.

Kreis Segeberg/Kiel.  Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hat im Landtag den aktuellen Zeitplan für den Bau der S-Bahnlinie von Hamburg über Henstedt-Ulzburg nach Kaltenkirchen bekannt gegeben. Er geht davon aus, dass das Planfeststellungsverfahren im vierten Quartal 2017 abgeschlossen sein wird. Danach könnten die Bauarbeiten beginnen. „2018 und 2019 wird gebaut“, sagte Meyer. Im Jahr 2020 fahren voraussichtlich die Züge auf der Trasse, die bis dahin von der AKN als Linie A 1 genutzt wird.

Beginnen soll das Planfeststellungsverfahren Ende dieses Jahres. Bis Ende Oktober sollten alle Planungsunterlagen beieinander sein, sodass dann der Antrag bei der Planfeststellungsbehörde eingereicht werden könne, hieß es im Verkehrsministerium.

Meyer ging auf die bislang offene Finanzierung des Projekts und die ausstehenden Zuschüsse des Bundes ein, der bis zu 60 Prozent der Investitionen in die Strecke zahlen wird. Erst wenn das Planfeststellungsverfahren beendet sei, könne das Land Anträge beim Bund stellen. „Das ist die Reihenfolge“, sagte Meyer im Landtag.

Im Herbst will sich der Minister in Ellerau mit „Akteuren vor Ort“ treffen

Die Investitionen werden sich nach ersten Schätzung auf mehr als 50 Millionen Euro belaufen. Die Strecke wird mit Oberleitungen elektrifiziert. Hinzu kommen Ausgaben für die Verlängerung der Bahnsteige und für den Ausbau eines bislang eingleisigen Abschnitts im Bereich Ellerau, der künftig – wie der Rest der Strecke auch – zweigleisig befahrbar sein soll. Der Bund werde regelmäßig über alle Schritte der Planung informiert“, so der Minister.

Meyer ging auch auf die Sorgen der AKN-Mitarbeiter ein, die um den Verlust ihrer Arbeitsplätze fürchten, wenn die S-Bahn den Abschnitt zwischen Eidelstedt und Kaltenkirchen übernimmt. Der Minister verwies auf eine Vereinbarung mit der S-Bahn, die Lokführer von der AKN übernehmen wolle und außerdem die Werkstatt in Kaltenkirchen nutzen werde.

Im Herbst will sich Meyer in Ellerau mit „Akteuren vor Ort“ treffen, um über den Bahnübergang zu beraten. Schon lange fordern die Ellerauer am Bahnhof einen Tunnel , weil es am Übergang immer wieder zu Wartezeiten und Staus kommt. Er wolle bei seinem Besuch über die Auswirkungen des S-Bahnbetriebs auf die Gemeinden Ellerau und Quickborn beraten.

1500 Unterschriften sind bislang allein in Kaltenkirchen zusammen gekommen

Meyer kündigte an, dass die neuen Dieseltriebwagen der AKN vom Typ LINT mit Toiletten ausgerüstet werden, wenn die S-Bahn ihren Betrieb aufnimmt. Die 14 LINTs werden ab Ende dieses Jahres ohne WC ausgeliefert und sollen zunächst auf der A 1 eingesetzt werden. Senioren- und Behindertenverbände kritisieren seit Monaten, dass die Züge ohne Toiletten angeschafft werden. „Das war eine Entscheidung der AKN-Gremien“, sagte Meyer. Fährt die S-Bahn zwischen Kaltenkirchen und Eidelstedt, sollen die LINTs auf den anderen Strecken der AKN eingesetzt werden. Wenn darüber hinaus gefordert werde, auch die Stationen entlang der Bahnstrecken mit Toiletten auszustatten, seien auch die Gemeinden gefordert, sagte Meyer.

In den Gemeinden entlang der A 1 geht die Unterschriftenaktion für die S-Bahn und eine Taktverdichtung zwischen Kaltenkirchen und Neumünster weiter. Bis zum 31. Mai liegen in Rathäusern, Geschäften und anderen Einrichtungen Listen aus.

1500 Unterschriften sind bislang allein in Kaltenkirchen zusammen gekommen. „Es kommen laufend neue Listen rein“, sagt Bürgermeister Hanno Krause (CDU), der den Druck auf die Landesregierung zum Bau der S-Bahn erhöhen will und die Unterschriftenaktion initiiert hat. Er geht davon aus, dass allein in Kaltenkirchen 2000 Menschen unterschreiben werden. Krause will die Listen gemeinsam mit seinen Kollegen aus Henstedt-Ulzburg, Bad Bramstedt und den anderen Kommunen bei Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) abgeben.