Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Fairtrade-Projekt: Der Durchbruch lässt auf sich warten

Henstedt-Ulzburg will „Fairtrade-Gemeinde“ werden. Doch die Voraussetzungen sind noch nicht erfüllt

Henstedt-Ulzburg will „Fairtrade-Gemeinde“ werden. Doch die Voraussetzungen sind noch nicht erfüllt

Foto: Bernd Weissbrod / dpa

Trotz einer speziellen Lenkungsgruppe, schafft es die Kommune bisher nicht, die Voraussetzungen für den Titel „Fairtrade-Gemeinde“ zu erfüllen.

Henstedt-Ulzburg.  Im Ort werden viele Produkte aus Fairem Handel angeboten, aber der große Durchbruch ist noch nicht gelungen: Seit zwei Jahren nimmt Henstedt-Ulzburg an der Kampagne „Fairtrade Town“ teil, angestrebt wird der Titel „Fairtrade-Gemeinde“. Um diesen zu bekommen, müssen in mindestens drei Gastronomiebetrieben oder Kantinen mindestens zwei Fairtrade-Produkte angeboten und verkauft werden. Daran hapert es zurzeit.

Eigentlich ist die Gemeinde ganz gut im Rennen. Es gibt im Rathaus eine Lenkungsgruppe, bei offiziellen Anlässen der Gemeinde sowie im Bürgermeisterbüro werden Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel angeboten – zum Beispiel Tee, Kekse oder Zucker. In sechs örtlichen Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte des Fairen Handels angeboten und in mindestens drei Cafés, Restaurants oder Kantinen Fairtrade-Produkte ausgeschenkt. Darüber hinaus gab es Aktionen auf den Wochenmärkten, in Geschäften und Schulen. 2015 steht für diese Aktionen allerdings kein Geld im Gemeindehaushalt zur Verfügung.

Das Alstergymnasium will helfen

Weitere Gastronomiebetriebe sträuben sich oder zeigen Desinteresse. Viele wurden schon zweimal schriftlich um Unterstützung gebeten – bis auf eine Bäckerei in Henstedt hat bisher niemand geantwortet. Jetzt will das Alstergymnasium helfen: Geografielehrer Timon Frank, selbst Mitglied der Lenkungsgruppe, will mit Schülern einen neuen Versuch anlässlich des Profilunterrichts unternehmen.

Henstedt-Ulzburg steht übrigens auf einem ziemlich verlorenen Posten: Bei einem Netzwerktreffen mit anderen Kommunen stellte sich heraus, dass anderswo mehr Mitmachinteresse besteht. Privatpersonen, Vereine, Verbände oder Wirtschaftsunternehmen unterstützen die Fairtrade-Aktionen wesentlich aktiver.

Trotzdem will die Lenkungsgruppe weitermachen: Es ist geplant, zwei Unterrichtskoffer zum Thema Kakao und Faire Bälle zu beschaffen, um damit Informationsarbeit in Schulen und Kindergärten zu leisten.