Norderstedt
Elektronisches Rathaus

Norderstedt plant den entspannten Ämtergang vom Sofa aus

Heike Feig, Leiterin des Bürgeramtes und Norbert Weißenfels, Leiter der IT-Abteilung des Rathauses vor dem Ticket-Schalter

Heike Feig, Leiterin des Bürgeramtes und Norbert Weißenfels, Leiter der IT-Abteilung des Rathauses vor dem Ticket-Schalter

Foto: Andreas Burgmayer

Norderstedt befragt seine Bürger ab dem 18. Mai online, welche Dienstleistungen das Rathaus in Zukunft elektronisch anbieten soll.

Norderstedt.  So richtig digital ist das Norderstedter Rathaus ja schon im Einwohnermeldeamt. Die Wartenummer kann man dort mittels Smartphone elektronisch ziehen, die auf die Minute genaue Wartezeit inklusive. Statt also im Wartebereich Lebenszeit zu vernichten, kann der Bürger einkaufen oder einen Kaffee trinken gehen – bis der Mitarbeiter der Verwaltung Zeit für ihn hat.

Norderstedt ist in Sachen E-Government eine Vorzeige-Stadt in Deutschland. Die Bundesregierung will Deutschlands Verwaltungen bis 2020 so weit wie möglich digitalisieren, um die Kommunikation mit den Bürgern zu verbessern, bessere Erreichbarkeit sicherzustellen und die Bearbeitungszeiten zu verkürzen. Modellhaft geprobt wird die Digitalisierung in acht Städten und Kreisen in Deutschland. Norderstedt zählt dazu.

„Wir fragen uns, wie wir die digitalen Technologien in Zukunft noch besser nutzen können, um mit den Bürgern und Unternehmen zu kommunizieren“, sagt Norbert Weißenfels. Er leitet das Amt für die elektronische Datenverarbeitung, er ist der Mann für Bits und Bytes im Rathaus. Damit der Online-Service der Stadt noch besser wird, soll nun der Bürger das Wort haben. Weißenfels fragt: „Welche Erwartungen haben die Norderstedter an die elektronische Verwaltung der Zukunft?“

Bürger können Prioritätenliste der digitalen Dienste erstellen

Am 18. Mai wird die Stadtverwaltung auf ihrer Homepage norderstedt.de eine Online-Befragung anbieten. Die Teilnehmer können sich in wenigen Minuten durch eine Reihe von Fragen klicken und auch eigene Anmerkungen machen. Dabei geht es auch darum, welche der bereits bestehenden Online-Angebote (Virtuelles Fundbüro, Sperrmüll auf Abruf) von den Bürgern genutzt werden und wie zufrieden sie mit dem digitalen Service sind. Außerdem können die Bürger eine Prioritätenliste der digitalen Dienste erstellen, die durch den neuen, digitalen Personalausweis ermöglicht werden.

Parallel arbeitet die Stadtverwaltung an der Umsetzung neuer digitaler Dienstleitungen. Das Rathaus will künftig De-Mail-Service bieten, also die verschlüsselte und nachweisbare Zustellung von elektronischen Nachrichten über das Internet. Die E-Akte wird in der Rathausbüros eingeführt, die allen Mitarbeitern den zeit- und ortsunabhängigen Zugriff auf Dokumente erlaubt. Ebenso soll der Bürger künftig Gebühren über elektronische Bezahlsysteme entrichten (E-Payment). Weißenfels: „Außerdem wollen wir unseren Internet-Auftritt überarbeiten und relaunchen und wir entwickeln eine Abfallkalender-App, die Smartphone-Nutzern mitteilt, wann der individuelle Termin für welche Tonne ansteht.“ Eine App, die alle digitalen Angebote des Rathauses bündelt, soll unter dem Titel „Mein Norderstedt“ entwickelt werden.