Norderstedt
NZ-Regional

Itzstedt ist ein gutes Vorbild

Mit Pauschalisierungen gilt es immer, vorsichtig zu sein. Und auch im Fall der Costa Kiesa, des jährlich von Tausenden Menschen aus dem Umland genutzten Badesees in Tangstedt, ist es fraglos so – die Mehrheit der Besucher weiß, was sich gehört, die Gäste räumen ihren Müll weg, werfen keine Flaschen oder Grillkohle ins Wasser. Die Macht der Minderheit war jedoch so stark, dass sich eine breite Allianz vieler Akteure in dem Ort zusammengefunden hat, die die Gratiskultur beenden will – und wohl auch wird.

Illusionen sollte sich niemand machen, denn leicht wird es nicht, ein sinnvolles Konzept zu entwickeln und dann auch erfolgreich umzusetzen. Beispiel Parken: Die Autos stehen im Hochsommer kreuz und quer. Doch es gibt eben nicht ausreichend Flächen, um alle Fahrzeuge unterzubringen – es liegt an der Gemeinde, hier neuen Parkraum zu finden.

Oder die alles entscheidende Betreiber-Frage. Wo soll ein potenzieller Partner herkommen, der eine Badestelle betreiben möchte? Sollen die Eintrittspreise moderat bleiben, kann nicht viel Gewinn erwartet werden. Ein Dilemma. Die sinnvollste Lösung wäre, das „Modell Itzstedt“ zu übernehmen. Das heißt: Will Tangstedt, dass die „Kiesa“ sauberer, geordneter und hübscher wird und dass es dort weniger Grund zum Ärger gibt, muss sich die Gemeinde selbst darum kümmern. Den Verwaltungsaufwand und die Kosten wären dann ein notwendiges Übel zum Wohle der Bürger.