Norderstedt
Baggersee

Was wird aus der Costa Kiesa in Tangstedt?

Das Strandbad Costa Kiesa in Tangstedt

Das Strandbad Costa Kiesa in Tangstedt

Foto: TA CAPS / Thorsten Ahlf

Einführung einer Sperrstunde, Kampf gegen Wildparken und Eintrittspreise – rund um den Baggersee in Tangstedt soll sich vieles verändern.

Tangstedt.  Vor wenigen Tagen sahen sich diejenigen Tangstedter wieder bestätigt, die schon seit Langem dafür votieren, die Costa Kiesa nicht so zu belassen, wie sie ist. Eine Techno-Party in der Nacht, die Bässe wummerten bis nach Wilstedt-Siedlung. Am Morgen danach das befürchtete Bild: Der Bereich rund um den Container der DLRG vermüllt, die Bäume ringsherum bis zu einer Höhe von 2,50 Metern astlos, das Holz verfeuert. Ein weiteres Ärgernis: Die Schranke an der Zufahrt Kringelweg war geöffnet – nicht aufgebrochen, sondern aufgeschlossen, weswegen die Gemeinde nun überhaupt erst einmal eine Liste erstellen will mit allen Schlüsselbesitzern.

Doch es geht um weit mehr. Nach knapp einjähriger Vorbereitung hat die Arbeitsgruppe „Costa Kiesa“ nun im Zentralausschuss einen umfangreichen Maßnahmenkatalog präsentiert, der mehrheitlich beschlossen wurde. Die Gemeindevertretung soll diesbezüglich am 27. Mai nachziehen. „Die wesentliche Aussage ist: Wir wollen einen kon­trollierten Badebetrieb. Und wir wollen dabei alle Tangstedter mit einbeziehen, um ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten“, sagt Jürgen Lamp, Vorsitzender des Ausschusses und Leiter der AG. Um ein möglichst breites Meinungsbild zu erhalten, wurde bei den regelmäßigen Treffen wirklich jeder Akteur gehört, der eine Beschwerde oder eine Idee hatte – dazu gehörten etwa Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt, Angler, Naturschützer, der Verein Zukunft Tangstedt und natürlich das Bauunternehmen Eggers als Eigentümer eines Großteils des Geländes.

Manchmal stehen bis zu 400 Autos an der Straße

Die Bandbreite an Vorschlägen war groß. „Die erste Option war: Wir lassen alles so laufen wie jetzt. Zweitens: Die Badestelle wird geschlossen. Drittens: Wir organisieren es mit einem Betreiber“, so Jürgen Lamp. In der Tat sprach sich im Zentralausschuss die Fraktion der Bürgergemeinschaft sogar dafür aus, die Strände vorerst zu sperren, fand damit aber keine Mehrheit. Dafür sollen andere kurzfristige Maßnahmen schon in diesem Sommer realisiert werden.

Beispielsweise bezüglich der Parkplatzsituation: An heißen Sommertagen werden bis zu 400 Fahrzeuge allein an der Harksheider Straße gezählt. Lamp: „Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge kommen dann nicht mehr durch. 400 Fahrzeuge abzuschleppen, das geht logistisch nicht.“ Dennoch will die Gemeinde die Polizei bitten, etwas rigoroser vorzugehen.

In Itzstedt sind die Eintrittspreise moderat

Zusätzlich sollen die Grünstreifen beidseitig auf einem Kilometer Länge mit Holzpfosten bestückt werden. Parallel könnte am Kringelweg eine weitere Parkfläche bereitgestellt werden – das ist auch dringend nötig, denn der Sandparkplatz am Harksheider Weg wird im nächsten Jahr aus Naturschutzgründen geschlossen werden.

Dazu sprachen sich die Politiker dafür aus, die Öffnung des Geländes auf einen Zeitraum zwischen 6 und 22 Uhr zu beschränken. „Und keine nächtlichen Veranstaltungen mehr“, so Jürgen Lamp, „da werden wir auch die Anlieger in die Pflicht nehmen.“ Wie diese Sperrstunde überprüft werden soll, ist allerdings noch unklar.

Klar ist dagegen: Langfristig wird der See wohl nicht mehr kostenlos genutzt werden können. Per Grundsatzbeschluss sprach sich der Zentralausschuss einstimmig für ein generelles Nutzungskonzept aus. Als Vorbild hierbei dient das Freibad Itzstedt mit moderaten Eintrittspreisen zwischen 1 und 3 Euro, einem hauptamtlichen Bademeister, einer Einlasskontrolle, Toiletten, Duschen und einem Kiosk. Betrieben wird diese Badestätte allerdings von der Gemeinde Itzstedt, die einen gesonderten Ausschuss für alle Fragen rund um den See hat. Bisher konnten sich die Tangstedter Politiker jedoch nicht für dieses Modell erwärmen, viele hätten lieber einen externen Betreiber.