Norderstedt
Sievershütten

„Halle für Alle“ – jetzt ziehen alle an einem Strang

Sie kämpfen für die Halle (v.l.): Hans-Hinrich Gerth („Halle für Alle“), Holger Dreyer (Vors. Jugend- und Sportausschuss im Amt Kisdorf) und Detlef Tischler (Vorsitzender TuS StuSie)

Sie kämpfen für die Halle (v.l.): Hans-Hinrich Gerth („Halle für Alle“), Holger Dreyer (Vors. Jugend- und Sportausschuss im Amt Kisdorf) und Detlef Tischler (Vorsitzender TuS StuSie)

Foto: Christopher Herbst

In Sievershütten soll endlich eine neue Sporthalle entstehen. Das Thema beschäftigt Gemeinden und Sportler schon seit Jahrzehnten.

Sievershütten.  Noch stehen hier nur ein paar Fußballtore, ein Grüppchen Jugendlicher bolzt in der Nachmittagssonne. In ungefähr zwei Jahren soll sich die Rasenfläche neben dem Clubheim des TuS StuSie in Sievershütten aber komplett verwandelt haben. Denn nie standen die Zeichen so gut wie heute, dass der Ort genau an dieser Stelle eine neue Sporthalle bekommen wird. Jahrzehntelang ist hierüber gesprochen worden, es ging um eine Heimat für Sportler und Sparten des ansässigen Vereins, dessen 612 Mitglieder aus Sievershütten, Stuvenborn und Hüttblek kommen.

In diesem Frühjahr hat das Langzeitprojekt Fahrt aufgenommen. Der zuständige Jugend- und Sportausschuss des Amtes Kisdorf nickte unlängst die Auftragsvergabe an das Architekturbüro Gebrüder Schmidt aus Bad Segeberg ab; diese haben nun die Planung aufgenommen. „Es gibt einen Flächennutzungsplan, der besagt, dass man hier eine Halle bauen dürfe. Die Gedanken sind 40 Jahre alt – auf jeder Jahreshauptversammlung des TuS StuSie ist ein Mitglied aufgestanden und hat gesagt: Wir müssen eine Halle bauen“, sagt Holger Dreyer, Vorsitzender des Jugend- und Sportausschusses.

Verschiedenste Varianten standen zur Debatte

Hans-Hinrich Gerth muss er das nicht erzählen. Der Sievershüttener ist einer der energischsten Kämpfer für das Vorhaben und einer der Gründerväter des am 17. März 2000 ins Leben gerufenen Fördervereins „Halle für Alle“. Nomen est omen – dieser hatte nämlich nur ein Ziel. „Die Sportler wollten schon immer, nur die Gemeinden konnten sich lange nicht durchringen“, sagt Gerth. „Wir haben alle Varianten abgeklappert – Investoren, Sponsoring oder Privatbau.“ In der Region warben der Unternehmer und seine Mitstreiter um Unterstützung, haben mit verschiedenen Spendenaktionen 82.000 Euro gesammelt. Geld, das nun zu knapp einem Viertel in den Planungsetat übergeht – der Rest soll für Sportgeräte ausgegeben werden.

Das Projekt scheint konsensfähig zu sein, momentan sind Zweifel unberechtigt. Bei einem Arbeitskreis, der insgesamt achtmal tagte, saßen Sportler, Kommunalpolitiker und nicht zuletzt die drei Bürgermeister an einem Tisch. Alles sollte professionell ablaufen, kein Akteur sich übergangen fühlen, jede mögliche Fragestellung erörtert werden. Gerth: „Wir haben noch einmal ganz von vorn angefangen mit der Bedarfs- und Standortermittlung.“

Parallel wurden Hallen im Kreis inspiziert. Als Vorbild dient eine Sportstätte in Weddelbrook, die seinerzeit 1,6 Millionen Euro gekostet hat. Bezüglich Sievershütten gilt ein Kostendeckel von 2 Millionen Euro für eine rund 2000 Quadratmeter große Zweifeld-Halle. Abgesehen von kleineren Zuschüssen werden die beteiligten drei Gemeinden alles zahlen müssen. Die Finanzierung läuft per Kredit, den das Amt aufnimmt, dieser wird in Raten beglichen. Holger Dreyer: „Wir haben die Bremsen gelöst, alles läuft vernünftig ab. Ich bin zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr alles durchplanen und dann 2016 bauen können.“

Der TuS StuSie könnte sein Spartenangebot erweitern

Für den TuS StuSie und seine 612 Mitglieder ist dies eine hervorragende Vorstellung, schließlich muss sich der Verein derzeit mit der kleinen Halle der Grundschule begnügen. „Wir haben keine Kapazitäten mehr. Wenn jetzt ein Übungsleiter kommt und sagt, er könne einen Kursus anbieten, müssen wir antworten: Es geht nicht“, so der Clubvorsitzende Detlef Tischler. Ändern sich die Rahmenbedingungen, könnten hingegen auch Sportarten wie Handball oder Basketball wieder angeboten werden. Angedacht ist ferner, dass auch die Schule und der Kindergarten Nutzer werden, dann wäre die sowieso stark sanierungsbedürftige alte Halle wohl überflüssig.

Sobald ein Entwurf der Architekten samt Kostenmodell vorliegt, müssen die Finanzausschüsse sich hiermit befassen, dann würde ein Beschluss der Gemeindevertretungen folgen. Ein Zurück soll es aber definitiv nicht mehr geben, sonst wäre das Projekt endgültig Geschichte.