Norderstedt
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Ein turbulenter Theaterspaß in weißen Tutus

Das NAT präsentiert mit „Swanensee in Stützstrümp“ eine vergnügte Komödie

Norderstedt. Dat is en heel Vergnögen! Die Masche ist zwar so alt wie das Theater selbst, aber immer wieder gern gesehen. Man nehme einige Leute, die dem Ballett so fern sind wie die Kuh dem Tanzparkett, stecke sie in weiße Tutus und schicke sie als tanzende Schwänlein auf die Bühne.

Das wusste auch Jan-Ferdinand Haas, als er „Schwanensee in Stützstrümpfen“ schrieb, das Heino Buerhoop ins Niederdeutsche mit „Swanensee in Stützstrümp“ übersetzte. Und das weiß auch das Norderstedter Amateur-Theater, das die Komödie auf die Bühne im Festsaal bringt. Das Publikum riss es bei der Premiere von den Stühlen.

Allen voran begeistert Angy Wermke. Die langjährige Vorsitzende des NAT hat das Ehrenamt an Marina Mello abgegeben und ist wieder frei, auf der Bühne nach Herzenslust zu agieren. Wermke wurde für 35 Jahre Mitgliedschaft geehrt und hat auch ihre Familie mit dem Theater-Virus angesteckt.

Die Frau sieht entzückend aus in ihrem Schwanen-Kostüm mit dem Glitzer-Krönchen und macht als Schuhverkäuferin Hanna Mühlbauer pfundige Witze über ihre Rundlichkeit: „Dat is allns erotische Nutzfläche.“ Szenenapplaus. Ihre trockene Art bringt die Anekdoten des Rollenbuchs so recht zum Wirken, doch sie versteht es auch, ernstere Gedanken zielsicher zu platzieren, beispielsweise übers Alleinsein.

Ihr gut zur Seite steht Christiane Windberg als Schuhverkäuferin Dora Schreiber. Windberg kann sich ebenfalls auf ihren trockenen Humor verlassen. Auch sie bringt die Pointen trotz einiger Versprecher wirkungsvoll ins Publikum, beispielsweise „Wenn du morgens zerknittert opsteihst, dann kannst du di övern Dag entfalten.“

Die dritte Kollegin in dem von der Pleite bedrohten Schuhgeschäft Bruns ist Anna Beeken als Daniela Harms. Sie spielt den flotten Part, knutscht mit dem Chef, führt eine kesse Lippe und verführt den angeblich schwulen Balletttänzer Tim. Anna Beeken macht das mit Frische und Lust am Spielen.

René Wermke, Angy Wermkes Sohn, kommt als Balletttänzer Tim locker daher und macht eine bella figura. Dass ihm als Tänzer das Klischee des Schwulseins untergejubelt wird, sollte gestrichen werden, es ist zu albern.

Für Arne Wermke, dem pleite gegangenen Schuhhändler, Ehemann von Angy Wermke, ist die Rolle im weißen Tutu der Spaß schlechthin – und das nutzt er weidlich aus. Das Publikum jubelt schon bei seinem ersten Schritt auf die Bühne.

Aufführungen im Festsaal am Falkenberg, Langenharmer Weg 90: Sonnabend, 21. März, 16 und 20 Uhr, Sonntag, 22., 18 Uhr. Donnerstag und Freitag, 26. und 27., 20 Uhr, Sonnabend, 28., 16 und 20 Uhr, Sonntag, 29. März, 18 Uhr.

Karten zu sieben und acht Euro gibt es im Vorverkauf, unter Telefon 040/64660440 und an der Abendkasse.