Norderstedt

Golden Girls waren gar nicht goldig

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Heike Linde-Lembke

Die Komödie Düsseldorf zeigte einen schalen Abklatsch der Fernseh-Serie in der „TriBühne“

Norderstedt. Tiefpunkt im Norderstedter Theater-Abo-Programm. Was die Komödie Düsseldorf mit „Golden Girls“ auf die Bretter der „TriBühne“ stellte, war schlichtweg Zeitverschwendung. Wer dennoch blieb, hoffte auf Besserung in der zweiten Hälfte. Weit gefehlt! Das Ansehnlichste waren noch das Bühnenbild mit Küche und Wohnzimmer und die Garderobe der vier goldigen Grazien.

Gelacht und applaudiert wurde trotzdem, wie man eben auch über abgestandene Witze lacht, denn schließlich waren die Zuschauer gekommen, um sich zu amüsieren. Das Haus war ausverkauft, das Publikum wollte „seine“ Golden Girls live auf der Bühne erleben. Doch die Fernsehserie, längst abgesetzt, ist merklich in die Jahre gekommen, und so sind auch viele Gags logischerweise Old School.

„Ich bin enttäuscht“, „Das habe ich mir anders vorgestellt“, „Der Ton ist schlecht“ war unter anderem im Publikum zu hören. Den Ton machte das Tournee-Unternehmen selbst, zudem sprachen die Schauspielerinnen und Schauspieler oft zur Seite und zum Bühnen-Hintergrund – und das auch noch undeutlich.

Regisseur Helmuth Fuschl hätte diese unstrukturierte Gag-Serie mühelos mit Ausflügen ins aktuelle Zeitgeschehen aufpeppen und die Anekdoten übers Alter und seine Folgen frisch zuspitzen können, doch die vier Damen spulten ihre alten Texte ab, als wenn sie schnell ins Hotel zurück wollten.

Vor allem Gudrun Gabriel als Dorothy überspannte den Bogen. Nichts an ihr wirkte natürlich, sie versuchte unentwegt, dem Sarkasmus ihres Alter Ego zu entsprechen. Vikotoria Brams spielt die sexhungrige Blanche mit zunehmender Übertreibung und zuckte auch vor peinlichen Ausfällen nicht zurück. Anita Kupsch gab hingegen eine knörzige Sophia und hätte den Charakter dieser alten Gewitterziege gern noch mehr Schärfe geben können. Kerstin Fernström spielte Rose. Es gelang ihr, der Fernseh-Rose sehr nahe zu kommen und der Rolle gleichzeitig ein eigenes Profil zu geben.

Bleiben noch Karl-Heinz von Hassel, immerhin ein gestandener „Tatort“-Schauspieler, als Harry und Big Daddy und Armin Riahi als Pfarrer in quietschlila Socken, alberner Regisseur und Dan Donson als männliche Staffage für die vier Girls. Golden waren die auf der Bühne allerdings nicht.

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