Norderstedt
Kommentar

Norderstedter sollte der NIG zu alter Stärke verhelfen

Foto: Wolfgang Klietz

Die Initiative gegen Fluglärm zählte einst zu den Speerspitzen des Widerstands im Norden. BAW aus Hamburgs Nordosten hat diese Rolle übernommen.

Der Widerstand gegen den Fluglärm gewinnt an Fahrt. Die Bürgerinitiative im Nordosten Hamburgs und im dortigen Umland (BAW) verleiht dem Wunsch der Menschen nach mehr Ruhe seit Monaten hartnäckig, kompetent und geschickt Nachdruck. Die BAW hat den Bürgerschafts-Wahlkampf in Hamburg genutzt, und sie nutzt jetzt die Koalitionsverhandlungen, um ihre Forderungen durchzusetzen. Mit dem 16-Punkte-Konsens hat sie einen Teilerfolg erreicht und legt nun nach.

Die BAW hat eine Rolle übernommen, die einst Norderstedtern vorbehalten war. Vor Jahrzehnten war die Norderstedter Interessengemeinschaft für Fluglärmschutz (NIG) eine der Speerspitzen des Widerstands im Norden. Doch die Mitglieder sind älter und müde geworden, der Nachwuchs fehlt, die NIG tritt kaum noch öffentlich in Erscheinung. Daher appelliert NIG-Chef Hans Schwarz an die Norderstedter, sich zu beschweren, wenn sie durch Flugzeuge aus dem Schlaf gerissen oder sich durch extrem laute Maschinen oder Querflieger gestört fühlen (nähere Infos auf der Homepage der NIG). Wenn wirklich etwas erreichen wollen, sollten die Norderstedter dem Appell folgen und den Kampf gegen den Fluglärm nicht der BAW allein überlassen.

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