Norderstedt
Kommentar

Schwarzbrot statt Champagner

Der Bürgerball in Henstedt-Ulzburg war über drei Jahrzehnte ein Selbstgänger: Jedes Jahr Ende Januar wurde gefeiert.

Jetzt allerdings wird die Tanzveranstaltung hinterfragt, weil das Interesse zu schwinden scheint. Weniger Besucher, leere Kassen, lange Gesichter.

Warum das so ist, lässt sich nur vermuten. Vielleicht hat sich der Bürgerball einfach selbst überholt und abgehängt. Früher sangen hier Gitte und Dunja Rajter, heute gibt es hausgemachte Showeinlagen. Das muss nicht schlecht sein, aber wer sich in Smoking und Abendkleid wirft, will mehr als tanzende Kids. Das Flair ist dem Bürgerball abhandengekommen. Schwarzbrot statt Champagner eben.

Wie Bälle funktionieren, zeigt Norderstedt: Kulturball, Sportlerball, Opernball – alles ausgebucht. Natürlich ist es in der „TriBühne“ schicker als in der Sporthalle des Gymnasiums. Aber dahinter gibt es Konzepte und vor allem Macher, die verstehen, wie Bälle aufgezogen werden. Das können Rathausmitarbeiter oder Sportvereinsvorstände nicht nebenbei leisten. „Kartenvorverkauf im Rathaus, Zimmer ... während der Dienstzeiten, am Donnerstag auch nachmittags“ – das möchte man nicht mehr lesen.

Bevor in Henstedt-Ulzburg die Panik ausbricht, sollten sich die Verantwortlichen mit den Organisatoren der Norderstedter Bälle unterhalten, sich Tipps holen und hinterfragen, wie ein Ball erfolgreich ausgerichtet werden. Neue Ideen sind gefragt.