Norderstedt
Schröters Wochenschau

Das Auge des Gesetzes wacht ...

Das Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) stellt fest: Die Schwarzarbeit ist auf dem Vormarsch, 2015 wird ein Anstieg um 1,5 Milliarden Euro erwartet.

Pfui, wer macht denn so was, fragt man sich. Und erhält die Antwort vom IAW: Besonders häufig sei Schwarzarbeit am Bau, in Gaststätten, Hotels und in der Landwirtschaft anzutreffen. Da fühlt man sich als Schleswig-Holsteiner persönlich getroffen, denn andere Branchen gibt es hierzulande ja überhaupt nicht – vielleicht noch Wattwanderführer, aber die versteuern ihr Trinkgeld bestimmt auch eher selten.

Jeder achte Euro unseres Bruttoinlandsprodukts wird – laut IAW – mit kriminellen Machenschaften erwirtschaftet. Drogendeals, Gammelfleischhandel, Schwarzarbeit und so weiter. Sofern Sie ein Gehalt beziehen (hoffentlich), und zwar mindestens in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns (hoffentlich), ist also schon mal ein Euro Ihrer sauer verdienten 8,50 nicht ganz astrein. Ich finde, dafür hätte jeder ehrlich schuftende Steuerzahler noch einen blitzsauberen Euro extra pro Stunde verdient. Mindestens. Dann hätten wir auch endlich wieder mehr Geld für Drogen, Gammelfleisch und den Burschen, der uns schwarz die Dachrinnen reinigt.

Aber aufgepasst: Man gerät schnell ins wachsame Auge des Gesetzes. Zum Beispiel in Bad Bramstedt, wo die Polizei dieser Tage eine Einbruchserie aufklären konnte – wofür ihr, ganz ohne Ironie, ehrlich zu danken ist. Wirklich gute Arbeit. Den Grundstein des Fahndungserfolgs legten zwei Streifenbeamte, denen in dunkler Novembernacht ein Fußgänger mit Laptop unterm Arm auffiel. Jeder normale Mensch hätte bei diesem Anblick gedacht: Die arme Sau, kommt so spät von der Arbeit. Nicht unsere Polizei. Die schöpfte sofort Verdacht und kontrollierte den Mann. Der Laptop erwies sich als frisch geklaut, der Täter als Seriendieb und außerdem als ziemlich dämlich: Auf die erste Frage der Kontrollierenden, warum er denn den Computer dabei hätte, fiel ihm doch tatsächlich keine Antwort ein.

Dabei hätte er bloß zu sagen brauchen, er schreibe für das Abendblatt.