Norderstedt
Norderstedt

Im Alter psychisch und körperlich beweglich bleiben

Foto: Frank Geisler / picture-alliance

Darum geht es beim Symposium zur Altersmedizin im Norderstedter Rathaus. Ein zweiter Info-Tag widmet sich modernen Operationstechniken von Leistenbrüchen wie dem Einsatz von Netzimplantaten.

Norderstedt. Die Deutschen werden immer älter, die Zahl der Hochbetagten steigt. Aber wie bleibt man im Alter gesund? Wie lässt sich die Lebensqualität trotz des unvermeidlichen körperlichen und psychischen Abbaus erhalten? Antworten geben Mediziner beim Symposium „Aktuelle Konzepte der Altersmedizin“ am Freitag, 13. Februar, im Norderstedter Rathaus, zu dem die Asklepios-Klinik Nord gemeinsam mit der Stadt Norderstedt und dem Seniorenbeirat Norderstedt einlädt.

Unter dem Motto „Bewegung und Beweglichkeit“ richten sich die Workshops am Vormittag und Nachmittag sowie drei Gesprächsrunden dazwischen vor allem an Fachpublikum und sind als Fortbildung für Ärzte, Psychologen, Therapeuten und Pflegekräfte geplant. Doch auch interessierte Laien sind willkommen, die Vorträge sind allgemeinverständlich gehalten. Von Arthrose über Demenz bis hin zu Tanz deckt das Programm alle Aspekte körperlicher und geistiger Mobilität ab. „Um uns oder etwas bewegen zu können, brauchen wir Beweglichkeit, körperliche und geistige“, sagt Dr. Peter Flesch, Chefarzt für Geriatrie an der Asklepios-Klinik Nord. Gelenkverschleiß und Sturzverletzungen, neurologische Erkrankungen und die Folgewirkungen von Medikamenten stehen auf dem Programm. Es geht um den schwierigen Umgang mit Demenzpatienten, die nicht nur Gedächtnis und Orientierung einbüßen, sondern auch Aggressionen entwickeln können, nachlassende Beweglichkeit, die beim Autofahren den Blick nach hinten über die Schulter erschwert, Bewegung als Therapie bei psychischen Störungen, Prothesen, kurz: „Wir wollen zeigen, welche Bedeutung Mobilität für die psychische Gesundheit im höheren Lebensalter hat, und wie Bewegung therapeutisch eingesetzt werden kann“, sagt Felsch.

„Fit bis zum Tod: Können wir dem Siechtum davonlaufen?“, hat Professor Klaus-Michael Braumann, Ärztlicher Leiter des Instituts für Sport- und Bewegungsmedizin der Universität Hamburg, seinen abschließenden Vortrag ab 18 Uhr überschrieben. Der Eintritt ist frei. Die Tageskarte kostet 25 Euro. Anmeldung bei der Ärzteakademie der Asklepios-Kliniken Hamburg, Telefon 040/1818852542, oder per E-Mail an h.reich@asklepios.com.

Schon drei Tage vorher geht es um die Operation von Durchbrüchen (Hernien), von denen der Leistenbruch der bekannteste und häufigste ist. Hernienoperationen machen 20 Prozent aller chirurgischen Eingriffe aus, in Deutschland sind es mehr als 200.000 pro Jahr, 120.000 entfallen auf Leistenhernien.

Werden die Muskeln schwach, entstehen Lücken, durch die sich dann ein Bruchsack aus Bauchfell, Darm oder Magen vorwölben, einklemmen und den Weg durch den Darm lebensgefährlich verlegen kann. „Nabel, Schenkel- und Leistenkanal sind natürliche Schwachstellen, die wir schon während der Embryonalzeit zur Blutversorgung von Mutter und Kind („Nabelschnur“), für Blut- und Nervenbahnen aus dem Becken zum Bein und für die vorgeburtliche Wanderung des Hodens aus dem Bauchraum in den Hodensack anlegen“, sagt Reinhard Zahn, selbst Mediziner und Motor einer Inforeihe, die der Norderstedter gemeinsam mit dem Roten Kreuz in Norderstedt, den Norderstedter Hausärzten und Ärzten von wechselnden Kliniken gestaltet.

Am Dienstag, 10. Februar, geht es um Bauchwandbrüche. In Hamburg haben sich Ärzte im Hanse-Hernien-Zentrum zusammengetan, um über eine hohe Zahl von Operationen ein Maximum an Erfahrungen zu sammeln und neue medizinische Hilfsmittel anzuwenden (High-Volumen-Operateure). „Das einfache Zunähen ist passé, Netzimplantate decken die Bruchlücke ab, erlauben nervenschonendes Operieren, und großporige Netze halten die Komplikationsrate niedrig“, sagt Zahn.

Die Chirurgen seien auf die enge Kooperation mit den Hausärzten angewiesen. Denn die Erstdiagnose wird normalerweise in der Hausarztpraxis gestellt, die Notwendigkeit einer Operation dort festgelegt. Norderstedter Hausärzte, verbunden im Hausarztnetz Nord, schätzen die Sicherheit der High-Volumen-Operateure und kümmern sich um die operative Nachsorge..

Am Dienstag, 10. Februar, informieren Vertreter der Norderstedter Hausärzte und der Ärzten des Hanse-Hernien-Zentrums ab 18 Uhr im DRK-Haus an der Ochsenzoller Straße 124 über die Entwicklung der operativen Medizin. Die Organisatoren wollen interessierte Laien und Fachpublikum wie Kranken-, Gesundheits- und Altenpfleger ansprechen. Ein Patient wird von seinem Bauchwandbruch und der Therapie berichten. Literatur zum Thema bietet die Elatus-Buchhandlung am Ochsenzoll.