Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Car-Sharing wurde in Henstedt-Ulzburg verschlafen

Hat die Verwaltung die Zukunft verschlafen? Car-Sharing ist in Henstedt-Ulzburg offenbar nicht gefragt.

Henstedt-Ulzburg. Das hat eine Umfrage ergeben. Allerdings ist mit dem Thema auch nicht besonders offensiv umgegangen worden: Eine kurze Pressemitteilung im November vergangenen Jahres – das war’s. Seitdem dümpelt das Thema unbeachtet vor sich hin.

Weil es in anderen Städten – zum Beispiel in Norderstedt – das Car-Sharing-Angebot bereits gibt, sollte in Henstedt-Ulzburg nachgezogen werden: Die Wählergemeinschaft Henstedt-Ulzburg (WHU) beantragte einen Prüfverfahren, um zu ergründen, ob es sich lohnt, dieses Angebot zu machen. Die Verwaltung hatte nach einem positiven Beschluss im Umwelt- und Planungsausschuss Kontakt mit mehreren Anbietern aufgenommen, von denen ein Unternehmen, die Greenwheels GmbH, Interesse hat, Car-Sharing-Standorte in Henstedt-Ulzburg einzurichten. Dieses Unternehmen bietet in Norderstedt zurzeit vier Fahrzeuge mit Erfolg an.

Per Pressemitteilung wurden die Henstedt-Ulzburger aufgefordert, sich bei der Verwaltung zu melden, falls ein solches Angebot gewünscht wird. Das Ergebnis ist mager: 15 Rückmeldungen. Achtmal wird ein Standort in Ulzburg gewünscht, zweimal in Ulzburg-Süd, einmal in Henstedt-Rhen, zwei Rückmeldungen blieben ohne Angaben, zwei Einsender wollen Car-Sharing aus Kostengründen ausschließen. Ab 20 Nutzern pro Station und Monat rechnet sich das Car-Sharing-Modell.

Auffällig ist, dass weder die Verwaltung noch die WHU als Ideengeberin sich in den vergangenen Wochen für das Projekt einsetzten oder Reklame dafür machten. Das Thema versickerte im Politik- und Verwaltungsalltag und kam nicht mehr zur Sprache. Jetzt schlägt die Verwaltung vor, „aufgrund der aktuellen Haushaltslage“ vor dem Abschluss einer 24-monatigen Vereinbarung mit der Greenwheels GmbH Abstand zu nehmen und keine Car-Sharing-Angebote in Henstedt-Ulzburg anzubieten. Stellungnahme der WHU: Keine. Der Umwelt- und Planungsausschuss wird das Projekt während der Sitzung am Montag, 9. Februar, wahrscheinlich endgültig beerdigen.