Norderstedt
Schüler machen Zeitung

Ein Tattoo als Schutzsymbol auf der Haut

Tattoos und Piercings sind bei Jugendlichen beliebt – Eltern sind da wesentlich skeptischer

Norderstedt. Meine Schwester ist erst 18 Jahre – und trägt bereits elf Piercings und zwei Tattoos an und auf ihrem Körper. Mit sieben ließ sie sich Ohrlöcher stechen, mit 15 bekam sie ihr erstes richtiges Piercing. „Das nächste Piercing habe ich nach meinem 16. Geburtstag machen lassen. Piercings und Tattoos sind wie eine Sucht: Wenn man einmal anfängt, kann man nicht mehr aufhören“, sagt meine Schwester. Ihre Freunde hätten „Respekt“ davor, dass sie sich das traut.

Und was haben die Eltern dazu gesagt? „Mein Vater ist selbst tätowiert und hatte nichts dagegen. Jedoch gab es bei meinem ersten Tattoo eine ausführliche Diskussion mit meiner Mutter. Aber beim zweiten Mal wurde dann nichts mehr gesagt. Und jetzt, wo ich 18 bin“, erzählt meine Schwester stolz, „kann ich das sowieso ohne Einverständnis der Eltern machen.“

Ich weiß aber auch, dass unsere Eltern nicht wollten, dass meine Schwester ihr Ohrläppchen dehnt. „Bei den Piercings gab es kaum Probleme, außer bei meinem Tunnel. Ich habe mit 16 angefangen zu dehnen, obwohl es mir verboten wurde. Das fanden meine Eltern nicht so gut. Es ist erst bei der Größe von fünf Millimetern aufgefallen. Aber letztendlich ist es doch mein Ohrläppchen“, bekomme ich zur Antwort.

Ein Tattoo später einmal zu ändern oder wieder ganz zu entfernen, ist schwierig

Meine Schwester bereut keines ihrer Piercings. Das erste Tattoo hat sie sich mit 17 Jahren stechen lassen: „Ich trage mein Tattoo als Schutzsymbol auf meiner Haut“, betont sie. Ihre Tattoos und Piercings seien „gut überlegt“ und das nächste bereits „in Planung“. Und es wird mit Sicherheit nicht das letzte Tattoo sein, versichert mir meine Schwester.

Ich persönlich finde Piercings und Tattoos an sich nicht schlimm, es sei denn, man macht sie unüberlegt und könnte so seine berufliche Laufbahn gefährden. Außerdem ist es sehr schwierig, ein Tattoo nachträglich zu ändern, wenn es einem nicht mehr gefällt. Es sollte jeder für sich selber entscheiden, was man mit seinem Körper macht. Ich würde mich noch nicht piercen lassen, da ich mich mit meinen 15 Jahren zu jung fühle und auch Angst vor Nadeln habe und weiß, was meine Schwester manchmal für Schmerzen ertragen musste.

Wenn ich älter bin, werde ich mich sicher mal piercen lassen, doch noch ist die Zeit dafür nicht gekommen.

Verena Broich