Norderstedt
Schüler machen Zeitung

„Ich musste weinen, weil ich vom Schlimmsten ausging“

Wie die Krebserkrankung der Mutter das Leben verändert

Norderstedt. Alles begann im Oktober 2010. Meine Mutter hatte einen Vorsorgetermin beim Arzt. Nach vier Tagen bekam sie die Nachricht, dass ihre Werte schlecht seien und sie noch zu einer zweiten Untersuchung kommen müsse. Diese Untersuchung ergab, dass sich die Gebärmutterschleimhaut verändert hatte und ein bestimmter Wert schlecht sei. Zu diesem Zeitpunkt wusste meine Mutter noch nicht, was dieser Wert bedeutet. Schließlich wurde ihr mitgeteilt, dass Krebs bei ihr vermutet wird. Sie war zunächst einmal sehr überrascht. Bevor ein dritter Abstrich im Mai 2011 gemacht wurde, fragte sie sich immer wieder, ob sie schon Krebs habe und ob er gestreut habe. Ich bekam davon nichts mit.

Das Ergebnis wurde meiner Mutter eine Woche später mitgeteilt. Meine Mutter hatte gehofft, dass der Körper es schafft, gegen die Krankheit anzukämpfen, doch die Werte meiner Mutter verschlechterten sich weiter, sodass schließlich eine Operation nötig wurde. Als der Termin feststand, fragte meine Mutter mich, wo ich eigentlich wohnen möchte, wenn ihr mal etwas passieren sollte.

Ich wusste nicht, warum sie mich das fragte, ich war ja erst elf Jahre alt. Doch als sie dann sagte, dass sie operiert werden müsse, machte ich mir große Sorgen. Danach überlegte ich immer, warum sie es mir nicht früher erzählt hat und ob ich sie jetzt verliere. Am Tag der Operation war ich in der Schule und habe ihr die Daumen gedrückt, dass alles gut geht. Ich musste weinen, weil ich vom Schlimmsten ausging.

Nach der OP ging es meiner Mutter körperlich und psychisch zunächst noch schlechter. Dann kam der Anruf, der alles veränderte. Die Ärzte konnten die Krebszellen entfernen. Ich war glücklich und bin ihr sofort in die Arme gefallen. Jetzt muss meine Mutter alle drei Monate zu einer Untersuchung, da der Krebs wiederkommen kann. Aber sie hat ihn besiegt und ist glücklich darüber.

Sarah Köhne-Götz