Norderstedt
Trappenkamp

Trappenkamp will mit Lichterkette ein Zeichen des Friedens setzen

Menschen aus 44 Nationen haben in der Gemeinde ein Zuhause

Trappenkamp. In Trappenkamp leben Menschen aus unterschiedlichen Kulturen friedlich zusammen. Die 5000 Einwohner der Gemeinde nördlich von Bad Segeberg stammen aus 44 Nationen. „Und jede Kultur wird akzeptiert, was ja leider nicht überall auf der Welt so ist“, sagt Merle Schultz, SPD-Mitglied und mit 27 Jahren jüngste Gemeindevertreterin. Sie ist Organisatorin einer im Kreis Segeberg einmaligen Aktion: Viele Menschen sollen sich am Freitag, 16. Januar, von 18 Uhr an zu einer Lichterkette auf dem Trappenkamper Marktplatz treffen. Sie hat sich diese Aktion ausgedacht, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen – mit Lichtern und Kerzen. „Ich möchte damit auch die Menschen aktivieren, die normalerweise vielleicht nicht an einer Demonstration teilnehmen.“

Nach den Anschlägen von Paris und den Verbrechen der IS wird es ihrer Ansicht nach immer nötiger zu zeigen, „dass Gewalt nie richtig ist und nichts mit der Religion zu tun hat, sondern nur mit Macht und Geld“. Merle Schultz weiß, dass die noch junge Gemeinde Trappenkamp schon immer weltoffen war: Hier haben viele Flüchtlinge des Zweiten Weltkriegs ein neues Zuhause gefunden, und danach sind viele Menschen aus anderen Nationen gekommen, die hier in Frieden und Eintracht miteinander leben.

Trappenkamp ist eine sehr junge Gemeinde. Sie gab den Flüchtlingen des Zweiten Weltkriegs ein neues Zuhause und danach ebenfalls vielen Zugezogenen. Die Gemeinde ist erst nach 1945 auf dem Gelände eines Marine-Sperrwaffen-Arsenal entstanden. Erste Bewohner waren Flüchtlinge aus dem Sudetenland und den ehemaligen deutschen Ostgebieten. „Wir nehmen immer wieder Flüchtlinge auf und integrieren sie in unsere Gemeinschaft“, sagt Merle Schultz, deren Vater Werner früher Bürgermeister in Trappenkamp war. „Wir sind bunt und weltoffen! Rechte Kräfte versuchen, die Angst vor anderen Kulturen und einem anderen Glauben zu schüren, doch das lassen wir nicht zu!“