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Abitur: Kaltenkirchens Schulen rücken zusammen

Gemeinschaftsschulen und Gymnasium schließen neuen Kooperationsvertrag

Kaltenkirchen. Seit Mittwoch ist endgültig klar: Der Weg zum Abitur führt in Kaltenkirchen grundsätzlich über das Gymnasium. Jeder Schüler der drei Gemeinschaftsschulen mit mittlerem Bildungsabschluss hat künftig den Anspruch, auf das Gymnasium zu wechseln, wenn er voraussichtlich den Weg zum Abi schaffen kann. Diese Regelung für die Hochschulreife nach neun Jahren (G9) gehört zu der Kooperationsvereinbarung, die die Schulleiter am Mittwoch im Rathaus unterschrieben haben.

Die Entscheidungen in den politischen Gremien fielen einstimmig

Bislang mussten Schüler einzeln anfragen, ob sie auf dem Gymnasium Abitur machen können und mussten sich mit Einzelfallentscheidungen abfinden. Mit der Unterzeichnung sind auch endgültig Überlegungen vom Tisch, an einer der Gemeinschaftsschulen eine gymnasiale Oberstufe einzurichten. Eltern der Marschwegschule hatten sich vehement dafür eingesetzt, den Schülern das Abitur zu ermöglichen, ohne die Schule wechseln zu müssen. Auch Schulleiter Klaus Noack hatte sich dafür ausgesprochen. Der Schulverband als Träger lehnte diese Pläne jedoch ab.

„Wir haben uns entschieden, der Kooperation mit dem Gymnasium den Vorzug zu geben“, sagt Hanno Krause, der gleich zwei Schulträger vertritt. Als Bürgermeister der Stadt Kaltenkirchen ist er für das Gymnasium verantwortlich, als Vorsteher des Schulverbands für die drei Gemeinschaftsschulen. Stadtvertretung und Schulverband hatten einstimmig für die neue Regelung gestimmt.

„Jetzt liegt es an den Schulen, wie erfolgreich die Kooperation sein wird“, sagte er vor der Vertragsunterzeichnung den Schulleitern. Trotz des feierlichen Termins im Magistratszimmer des Rathauses geht er davon aus, dass die Diskussion über die Wege des G9 auch künftig weitergehen wird. Auf dem Kaltenkirchener Gymnasium machen die Schüler nach acht Jahren Abitur.

Der Leiter des Gymnasiums, Reinhard Redemund, rechnet mit etwa 30 Schülern, die nach Klasse zehn von der Gemeinschaftsschule kommen werden. Voraussichtlich wird er dafür eine zusätzliche Planstelle erhalten. Räume seien ausreichend vorhanden, sagte er.

Um den Übergang der Schüler vorzubereiten und zu erleichtern, haben die Schulen mehrere Projekte vereinbart. Am Gymnasium wird sich ein Tutor als Coach um die Neuankömmlinge kümmern. Bei Bedarf können sie Intensivierungskurse besuchen, um Lerndefizite in den Kernfächern schnell aufzuholen. Das Gymnasium wird sein Angebot in der Marschwegschule, der Dietrich-Bonhoeffer-Schule und der Erich-Kästner-Schule vorstellen.

Außerdem können Jungen und Mädchen aus den neunten und zehn Klassen der Gemeinschaftsschulen zum „Schnuppern“ das Gymnasium besuchen, kündigte Redemund an. Er geht davon aus, dass er im kommenden Schuljahr den zehnten Jahrgang sieben- statt bisher sechszügig führen wird. Redemund betont auch die Vorteile eines Wechsels zum Gymnasium im Vergleich zum kleinen Oberstufenbesuch in einer Gemeinschaftsschule. Dort könne die Oberstufe nur wenige Profile aufgrund der geringen Größe anbieten, im Gymnasium sei das Angebot wesentlich größer.

Die Lehrer planen gegenseitige Besuche der Fachkonferenzen

Klaus Noack von der Marschwegschule hält es für wichtig, dass die Kinder vor Ort ihr Abitur machen können. Sein Kollege Christian Bock von der Dietrich-Bonhoeffer-Schule bezeichnet die „Schnittstellen“ zwischen den beiden Schulformen als größte Herausforderung bei der Kooperation. Da der Abstimmungsbedarf zwischen den Lehrern groß ist, sind gegenseitige Besuche von Fachkonferenzen geplant.