Schröters Wochenschau

Hamburg für Olympia

Ich kann es kaum erwarten: Hamburg bewirbt sich für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2024!

Eine bereits vor Monaten eingesetzte Projektgruppe, bestehend aus Behördenvertretern, hat jetzt vor der „Zukunftskommission Sport“ ihre Pläne für diese Bewerbung vorgestellt. Sie haben richtig gelesen: Zukunftskommission Sport. Jawohl, die gibt es. Die ist wichtig, im Gegensatz zu nebensächlichen Institutionen wie „Zukunftskommission Bildung“, „- Verkehr“, „- Gesundheit“ – die es deshalb folgerichtig gar nicht erst gibt.

Bei Bildung, Verkehr oder Gesundheit weiß man ja auch nie, wie sich das entwickelt. Dass 2024 die Olympiade stattfindet, ist dagegen sicher. Falls in Hamburg, dann – laut Projektgruppe – so:

Bei Ankunft, Eröffnungs- und Schlussfeier sollen die Teams auf Schiffen über die Elbe in die Stadt gebracht und an den Landungsbrücken von jubelnden Massen empfangen werden. So, wie die Kugelstoßer, Gewichtheber und andere Schwerathleten aussehen, wird im Vorfeld die Fahrrinne um weitere 20 Meter ausgebaggert werden müssen. Neben dem eigentlichen Olympischen Dorf für die Sportler aus aller Welt soll es ein zweites für deren Angehörige und Freunde geben – und zwar in Wilhelmsburg. Das ist ein cleverer Schachzug, der keine besonderen Baumaßnahmen erfordert – mehr multikulti als Wilhelmsburg geht gar nicht, fällt also nicht weiter auf. Das große Olympiastadion entsteht auf dem Kleinen Grasbrook. Aufgrund der örtlichen Historie als Richtstätte für Klaus Störtebeker schreit das förmlich nach der Einführung neuer Disziplinen. Wobei nicht alles wettkampfgeeignet ist, was der Pirat vorgemacht hat: Kopflos an elf Mannschaftskameraden vorbeizusprinten, wäre zum Beispiel eine Sportart, der ziemlich schnell die Athleten ausgingen. Mal abgesehen davon, dass der Sieger nichts mehr hätte, um das er sich die Goldmedaille hängen könnte. Über das ex-trinken eines Vier-Liter-Bierkrugs (Frauen: 2 Liter) als olympische Disziplin ließe sich dagegen reden – wobei für die in dieser Sportart nominierten Wettbewerber die Elbe vermutlich um zwei weitere Meter auszubaggern wäre. Der Moderne Fünfkampf soll übrigens im Stadtpark stattfinden: Hundehaufenslalom, Einmalgrillweitwurf, Wettrutschen, Modellbootrennen und abschließend Stagediving von der Open-Air-Bühne.

Ich kann es kaum erwarten.