Norderstedt
Willkommensgeste

Rickling schenkt Flüchtlingen Freibadkarten

Eine Geste der Gastfreundschaft: Asylsuchende in Rickling können sich ab sofort über Freikarten für das Freibad freuen. So soll den Flüchtlingsfamilien die Integration erleichtert werden.

Rickling. Dieses Beispiel könnte Schule machen: Als Willkommensgruß schenkt die Gemeinde Rickling jedem Asylsuchenden Eintrittskarten für das Freibad. So sollen den Flüchtlingen die ersten Tage und Wochen erleichtert werden. Ricklings Bürgermeister Christian Thomann begrüßt die Maßnahme, die auf einer Ausschusssitzung der Gemeinde am Montag beschlossen wurde. Die Freikarten seien eine Geste für Menschen, die viel Leid erlebt und in ihrer Unterkunft nur das nötigste hätten. „Wir lehnen die Asylsuchenden nicht ab, sie sind bei uns willkommen, das wollen wir vermittlen“, sagt Thomann.

Die Besuche im Freibad seien eine gute Möglichkeit, um sich in die Gemeinde zu integrieren und erste deutsche Wörter zu lernen. „Besonders Kinder haben oft noch nicht diese Barrieren im Kopf, die bei uns Erwachsenen vorhanden sind“, sagt Thomann. Sie überwänden die Sprachbarriere oft als erste. „Wir wollen also über die Kinder auch die Eltern erreichen.“ Das Enkelkind eines seiner Bekannten habe bereits „wunderbar mit einem der Flüchtlingskinder gespielt“, so Thomann. Die Verständigung erfolge dabei mit Händen und Füßen.

Die Freikarten werden nur an die Flüchtlinge verteilt, die bislang keine Anerkennung oder Duldung erhalten haben. Derzeit sind das nach Auskunft des Bürgermeisters rund ein Dutzend Flüchtlinge in Rickling. Viele von ihnen kämen aus Afghanistan und dem Iran.

In ganz Deutschland steigt derzeit die Anzahl an Menschen, die um Asyl ersuchen. Allein im ersten Halbjahr 2014 stellten rund 77.000 Menschen einen Asylantrag - fast 60 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit rund 200.000 Anträgen - und auch danach mit weiter steigender Tendenz.

Die Asylbewerber, die in Deutschland Zuflucht suchen, werden nach einem bestimmten Schlüssel auf die Bundesländer verteilt. Dort werden sie zunächst in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht und dann weiter auf die Kommunen verteilt. Im Bereich des Amtes Boostedt-Rickling wurden deshalb zusätzlich zu zwei Sammelunterkünften bereits Ein-Zimmer-Wohnungen angemietet.