Norderstedt

Die Feinarbeit am Herzstück der neuen Straße beginnt

Autofahrer passieren auf der verlängerten Oadby-and-Wigston-Straße die Gleise in einem sechs Millionen teuren Trogbauwerk. Die neue Verbindung soll Anfang des nächsten Jahres fertiggestellt sein.

Norderstedt. Keine Proteste von Anliegern und Autofahrern, Bauarbeiter, die den Zeitplan überholt haben – die Verlängerung der Oadby-and-Wigston-Straße empfindet Norderstedts Baudezernent Thomas Bosse als „ausgesprochen angenehmes Projekt“. Es ist mit Kosten von zwölf Millionen Euro zurzeit das größte Straßenbauprojekt in der Stadt.

Inzwischen können die Autofahrer auch wieder von der Ulzburger Straße in den Friedrichsgaber Weg abbiegen, und das deutlich komfortabler als bisher. Mit dem Ausbau der Einmündung hat die Stadt eine Rechtsabbiegespur einrichten lassen. „Zwar ist noch Urlaubszeit, aber wir merken schon jetzt, dass das die Situation deutlich entspannt hat“, sagt Bosse.

Fünf Wochen war die Einmündung voll gesperrt, das war, so der Baudezernent, der größte Eingriff in den Verkehr. Viele Autofahrer nutzen den Friedrichsgaber Weg, um im Westen der Stadt Richtung Hamburg-Schnelsen oder weiter zur Flughafenumgehung zu kommen. Dadurch kam es gerade in der Hauptverkehrszeit zu zum Teil erheblichen Rückstaus. Die Arbeiten an der Einmündung sind beendet, im nächsten Bauabschnitt muss das Trogbauwerk fertiggestellt werden, auch die Verbindung von der Moorbekstraße in den Friedrichsgaber Weg muss wieder hergestellt werden.

Die neue Trasse führt von der Ulzburger Straße etwas nördlich des Friedrichsgaber Weges und südlich des Gewerbegebietes Friedrichsgabe an den Firmengebäuden von Jungheinrich vorbei, um dann in einer Linkskurve nach Süden abzuknicken und und an der Waldstraße in den schon bestehenden Teil der Oadby-and-Wigston-Straße zu münden. Zu sehen ist auch schon ein nach Norden ausgerichteter „Stummel“ nahe der Einmündung in die Ulzburger Straße. „Damit wird es möglich, später das Gewerbegebiet an die neue Straße anzubinden“, sagt Bosse.

Sechs Millionen Euro entfallen allein auf die Unterführung, die Autofahrer werden auf der neuen zweispurigen Verbindung unter den AKN-Gleisen hindurch fahren. Die Sohle liegt in rund acht Meter Tiefe, die Durchfahrtshöhe wird 5,50 Meter betragen. Parallel dazu sollen Rad- und Fußwege verlaufen, auf beiden Seiten der neuen Straße und jeweils drei Meter breit. Die Wege bekommen Abzweiger, damit die Radler auf die beliebte und viel befahrene Radroute entlang der Bahngleise abbiegen und so nach Norden oder Süden fahren können. „Wir müssen den Geh- und Radweg hinter der Lärmschutzwand unterbringen, das ist aufwendig und eng“, sagt Bosse.

Südlich des Troges liegt ein imposanter Sandberg, der noch etwas an Masse verlieren, begrünt werden und den Lärm von den Häusern fernhalten soll. Der Friedrichsgaber Weg, der sich wiederum südlich anschließt, wird als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, wenn die ersten Fahrzeuge über die neue Straße rollen. Er endet an den Gleisen, der Bahnübergang wird geschlossen. Auch von der westlichen Seite her wird die bis jetzt noch viel befahrene Verbindung an den Schienen abgebunden.

„Damit lösen wir ein wichtiges Ziel der Stadtentwicklung ein: Die neue Straße entlastet die Bewohner von Friedrichsgabe-Süd, die Anwohner der Straße Syltkuhlen und der angrenzenden kleinen Straßen sind bisher stark durch den Durchgangsverkehr belastet“, sagt der Baudezernent. Schon vor Jahrzehnten hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet, die mit wieder kehrenden Protestaktionen auf die Belastung hingewiesen und Abhilfe gefordert hatte.

Lärm und Abgase dürften Anfang nächsten Jahres abnehmen. Dann soll die 1,8 Kilometer lange neue Verbindung fertig sein – ein realistisches Ziel, sind die Baufirmen dem Zeitplan doch zwei Monate voraus. Mit der verlängerten Oadby-and-Wigston-Straße kommt es auch zum „kleinen Ringschluss“ – die Autofahrer können dann weiter über die Harckesheyde und Schleswig-Holstein einen Großteil der dicht besiedelten Bereiche umfahren.

Im zweiten Bauabschnitt soll die Oadby-and-Wigston-Straße an Jungheinrich vorbei nach Norden verlängert und an die nördliche Tangente, die Kohtla-Järve-Straße, angebunden werden. Dann wird der eigentliche Norderstedter Ring geschlossen sein.