Norderstedt
Bark

Priesterin wird ein Traum bleiben

In unserer Serie Menschen in der Kirche stellen wir heute Laura Haustein aus Bark vor

Bark. Priesterin – das wäre etwas für Laura Haustein. Allerdings wird dieser Berufswunsch wohl ein Wunsch bleiben. Denn die 16-Jährige ist Katholikin, und da bleibt der Priesterberuf zumindest bis auf Weiteres den Männern vorbehalten. „Das ist ein Konfliktthema. Ich toleriere das, ich schließe mich der Meinung aber auf keinen Fall an“, sagt sie. Sie werde sich in ihrer Kirche dafür einsetzen, dass den Frauen künftig der Weg in den Priesterberuf offensteht, sagt sie. Die Konfession zu wechseln kommt für die engagierte Gymnasiastin gar nicht in Frage. „Ich liebe das Festliche und die Gemeinschaft“, sagt sie über die katholische Messe. Sie kann das vergleichen, denn Laura Haustein kennt sowohl evangelisch-landeskirchliche als auch freikirchliche Gottesdienste und hat auch so viel mit der Ökumene zu tun. Dass sie in diesem Jahr den mit 1500 Euro dotierten Queisser Juniorenpreis erhalten hat, hängt auch damit zusammen.

Denn Laura Haustein ist nicht nur in der katholischen Pfarrei St. Johannes – St. Josef Bad Segeberg aktiv und kümmert sich um die Jugendgruppe „Jojos“ und um die Sternsinger, ist Messdienerin sowie Mitglied im Jugendausschuss der Gemeinde. Ihre Jugendleiter-Ausbildung absolvierte sie in der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wahlstedt und ist durch das halbe Jahr Ausbildung, die vielfältigen Aktivitäten und die gute Gemeinschaft unter den Jugendlichen auch dort eingebunden. Für sie ist es so auch selbstverständlich, dass sie das Krippenspiel in der katholischen Kirche Bad Segeberg mit einer evangelischen Freundin zusammen vorbereitet.

Apropos Krippenspiel: Haustein leitete auch die Krippenfeier im Jahr 2012, als ein Jahr nach dem Brandunfall der kleinen Lena ein Jahr zuvor vielen in der Gemeinde noch der Schrecken in lebhafter Erinnerung war. Mit ihrem Engagement habe sie „einen ganz besonderen Verdienst bei der Bewältigung dieses Unglücks“ gehabt, schreibt die Jury des Queisser Preises.

Laura Hausteins Engagement geht aber über die Kirche hinaus. In der Segeberger Dahlmannschule ist sie Jahrgangsdelegierte bei der Schülervertretung, Mitglied im DMS-Pops-Orchestra und in der Theater AG. Schließlich nimmt sie Geigenunterricht und unterstützt den Zirkuspädagogen Jens Ewald bei seinen Projekten als Teamerin. Manchmal sei sie selbst überrascht, wie das alles unter einen Hut zu bringen ist. Sie ist nebenbei noch eine gute Schülerin und hat in der Einführungsphase der Oberstufe eine Zwei im Notenschnitt vorzuweisen. „Das war eine Voraussetzung für den Preis“, sagt sie.

Und da sie in der Schule gut mitkommt, ist sie bei beruflichen Perspektiven auch nicht auf eine Kehrtwende im Vatikan angewiesen. Ergotherapie wäre eine Option. „Das hat etwas mit Menschen zu tun und damit, ihnen zu helfen“, sagt sie. Sie könne niemandem etwas andrehen, Verkäuferin wäre also nichts für sie. Lehrerin wäre eine andere Möglichkeit, wo dann auch wieder die Religion mit hineinkäme. „Aber da braucht man verdammt viele Sprachen, und ich bin kein Sprachen-Talent.“

Bevor sie diese Frage angehen muss, wird nun erst mal das Preisgeld angelegt: Der Führerschein will bezahlt werden. Da hat Laura Haustein, die sich so außerordentlich ehrenamtlich engagiert, einmal die gleichen Bedürfnisse wie die meisten in ihrem Alter.