Norderstedt
Bad Bramstedt

Schlachthof soll Mängel schnell abstellen

Und den Betrieb fortführen, fordern Politiker. Sie fühlen sich schlecht informiert

Bad Bramstedt. „Jetzt geht’s um die Wurst, und uns werden Erkenntnisse der Ermittlungen gegen den Schlachthof in Bad Bramstedt verwehrt“, sagt Thomas Wilken, der für die Piraten im Segeberger Kreistag sitzt. Er wirft der Kieler Regierung intransparente Informationspolitik vor – und sieht sich einig mit der CDU. Den Mitgliedern des Kreisausschusses für Ordnung, Verkehr und Gesundheit liegen bisher keine Informationen vor, beklagt der CDU-Kreistagsabgeordnete Uwe Voss. Wenn der Ausschuss am 20. März fundiert zur Lösung des Problems beitragen soll, müssten die Politiker auf dem aktuellen Stand sein.

Wegen gravierender Verstöße gegen Hygieneregeln und das Tierschutzgesetz ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft gegen den Schlachthofbetreiber Vion, der Betrieb ist stillgelegt. „Einseitige Berichte der Landrätin und aus der Verwaltung wären unzureichend“, sagt Voss. Es gebe eine Fülle von offenen Fragen. Die SPD wirft der CDU vor, den Schlachthof-Skandal für den Landratswahlkampf zu missbrauchen und Landrätin Jutta Hartwieg, die der SPD angehört und wieder antreten will, in Misskredit bringen zu wollen. Die Segeberger Kreisverwaltung erhalte seit dieser Woche Einsicht in die Ermittlungsunterlagen der Staatsanwaltschaft Kiel, teilt die Behörde mit. Dazu zählen auch beschlagnahmte „Kladden“, in denen erstmals handschriftlich Auffälligkeiten während des Schlachtbetriebs erfasst wurden.

Am Montag, 17. März, wird der Hauptausschuss in Bad Bramstedt Position beziehen. „Es muss sichergestellt werden, dass Mängel beim Tier-, aber auch beim Verbraucherschutz beseitigt und Hygienevorschriften eingehalten werden“, fordert die FDP. Die Stadt habe ein Interesse, dass der Schlachtbetrieb fortgeführt werden kann – ob mit oder ohne Vion. Eine endgültige Schließung würde viele Mitarbeiter hart treffen, und die Stadt hätte Ausfälle bei der Gewerbesteuer.

„Für uns Landwirte ist es wichtig, dass der Schlachthof in Bad Bramstedt bleibt und Vion schnell gravierende Mängel beseitigt“, sagt Kirsten Wosnitza vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter. Der Kreis müsse seiner Verantwortung gerecht werden, lückenlos und zuverlässig kontrollieren und garantieren, dass der Schlachthof moderne Standards einhält. „Wir müssen uns darauf verlassen, dass mit unseren Tieren ordentlich umgegangen wird“, fordert die Milchbäuerin.