Norderstedt
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Die Liebesbeziehung plätschert in der „TriBühne“ so dahin

„Alle sieben Wellen“ ist ein nettes Stück – mehr aber auch nicht

Norderstedt . Ralf Bauer hat sich mit seiner smarten Art in Vorabend-Serien wie „Gegen den Wind“ und Filmen von Rosemunde Pilcher und Inga Lindström in die Herzen vor allem der Frauen gespielt. Seine smarte Art, sein treuherziger Blick, seine sanfte Stimme sind ein Markenzeichen, auf das die Frauen fliegen. So war auch die „TriBühne“ am Rathaus voll besetzt, als er mit Ann-Cathrin Sudhoff die Komödie „Alle sieben Wellen“ nach dem Roman von Daniel Glattauer spielte.

Das Stück ist ein Aufguss von „Gut gegen Nordwind“, das im Oktober 2011 mit Walter Sittler als Leo Leike und Aglaia Szyszkowitz als Emmi Rothner viel Beifall in der „TriBühne“ erhielt. Das Duo Sittler-Szyszkowitz brachte die damals schon auf der Bühne flach wirkende Komödie mit viel Drive auf die Bretter. In beiden Komödien wird eine Liebesbeziehung per E-Mail thematisiert.

Nun die Fortsetzung mit Ralf Bauer und Ann-Cathrin Sudhoff. Der Drive ist weg, dafür plätschert das Spiel munter, aber brav vor sich hin, und so blieb auch das Bad im Applaus diesmal aus. Einige Zuschauer gingen in der Pause. Ralf Bauers Strahle-Charme blieb im großen Bühnenraum stecken. Die Spielbühne war zudem nicht an die Rampe gebaut, sondern in die Tiefe der Bühne geschoben, und diese räumliche Distanz verhinderte eine direkte Beziehung zum Publikum. Durch den Abstand und die Mikrofone klangen die Stimmen unpersönlich.

Ann-Cathrin Sudhoff dagegen konnte mit klarer Stimme und guter Aussprache punkten. Es gelang ihr, die Pointen des Boulevard-Stücks mit Humor auszuarbeiten und Ralf Bauer mitzureißen. Gleichwohl ist die Komödie zwar eine nette Unterhaltung, doch der Regie von Wolfgang Kaus fehlen die Höhen und Tiefen, einige Lacher waren garantiert, mehr aber auch nicht.

Da hilft es auch nicht, wenn Bauer an Gardinenstange und Trimmrad turnt, wenn das Licht immer schneller an- und ausgeknipst wird, Sudhoff mehrmals T-Shirt, Rock, Hose und Stiefel wechselt und der Rotwein- und Whisky-Konsum stetig steigt. Auch im Suff bleiben Spiel und Stimmen dünn. Als sie ihn fragt „Bist Du der Flauten-Typ, mein Guter?“ trifft sie den Kern der Komödie.