Norderstedt
Kreis Segeberg

Breitband-Offensive in der Kritik

Das Unternehmen Unser Ortsnetz und der WZV kommen sich immer wieder in die Quere

Kreis Segeberg . Fast jeden Abend informiert das Oeringer Unternehmen Unser Ortsnetz derzeit in den Gemeinden des Kreises über den Breitband-Ausbau. Ob in Sülfeld, Borstel oder Fahrenkrug, überall sei das Interesse bei den ersten Informationsveranstaltungen groß gewesen, berichtet das Unternehmen, das mit seinem Partner Deutsche Glasfaser schnelles Internet, Telefonie und Fernsehen im Kreis Segeberg anbieten will. Derzeit wird die Gemeinde Seth ausgebaut und sei zu zwei Drittel auch schon angeschlossen. Auch in Itzstedt sollten demnächst die Bagger anrücken, sagt Geschäftsführer Ralf Pütz. Auch in Groß Niendorf plane man den Ausbau, das Interesse in der Gemeinde sei groß genug.

„Wir wollen in diesem Jahr ungefähr 15 Millionen Euro im Breitband-Ausbau im Kreis Segeberg investieren“, sagt Pütz. In den kommenden Tagen informiert Unter Ortsnetz noch in Leezen und KremsI (16. Januar), Heiderfeld (20. Januar), Wittenborn (22. Januar), Todesfelde (22. Januar) Kükels (23. Januar), Klein Rönnau (27. Januar) und Nahe (29. Januar) über die mögliche Verlegung von Glasfaserleitungen und den Anschluss der Haushalte in den Gemeinden.

Kritik an dem Vorgehen des Unternehmens kommt unterdessen von mehreren Seiten. So wurden bei einer Baustelle in Rickling bereits im Dezember Leerrohre verlegt, obwohl es keine offizielle Absprache mit der Gemeinde gab. Da diese auch mit dem Wege-Zweckverband (WZV) über den Bau eines Glasfasernetzes gesprochen hat, stieß dies vor Ort auf Unverständnis. Ralf Pütz sagt dazu: „Wir haben eine Lizenz von der Bundesnetzagentur und dürfen bauen.“ Und so konnte er nach eigener Darstellung, kurz bevor die Straße wieder geschlossen wurde, die Leerrohre verlegen, der Antrag an die Gemeinde Rickling wurde nachträglich gestellt.

Ebenfalls Irritationen gab es um eine Informationsveranstaltung in Groß Rönnau, die Unser Ortsnetz ankündigte, ohne mit der Gemeinde gesprochen zu haben, die einen Vertrag mit dem WZV geschlossen hat. Das habe er nicht gewusst, entgegnet Ralf Pütz und kündigte an, Groß Rönnau von seiner Liste zu streichen.

Bürgermeisterin Gesche Gilenski freut sich darüber, denn es werde ohnehin schwer genug, genügend Interessenten für das Breitband zu finden. „Wir haben mit Groß Rönnau einen öffentlich-rechtlichen Vertrag, das stand auch in der Zeitung“, sagt WZV-Verbandsvorsteher Jens Kretschmer.

Gemeinsam mit dem Partner Stadtwerke Neumünster baut der WZV derzeit in Daldorf, Damsdorf und Tensfeld das Breitbandnetz aus, weitere Dörfer seien bereits in Planung, und spätestens Mitte Februar werde bekannt gegeben, in welchen als nächstes um Kunden geworben wird.