Norderstedt

Norderstedter ergaunert Notebook

63-Jähriger war einige Jahre untergetaucht, doch nun wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt

Norderstedt. Die Sache liegt schon sechs Jahre zurück, aber da der Angeklagte Hans-Walter K., 63, zwischenzeitlich untergetaucht war, kann erst jetzt gegen den wegen vielfachen Betruges in der Justizvollzugsanstalt Billwerder einsitzenden Mann vor dem Amtsgericht in Norderstedt der Prozess gemacht werden.

Auch dieses Mal geht es um einen Betrug: Im Jahre 2007 soll der Angeklagte unter falschem Namen bei dem damals noch existenten Versandhaus Quelle ein Notebook im Wert von 999 Euro bestellt, abgeholt, aber nicht bezahlt haben. Als Lieferanschrift nannte der Angeklagte die Adresse eines leer stehenden Hauses in Norderstedt. Dort hinterließ der Postbote einen Abholschein, den der Angeklagte nach Ermittlungen aus dem Briefkasten gefischt haben muss, bevor er das Paket abholte.

Während der Norderstedter nicht bereit ist, zur Sache etwas zu sagen, erzählt der Sohn des Hausbesitzers davon, dass er nicht schlecht gestaunt habe, als er von der Firma Quelle eine Mahnung erhielt und aufgefordert wurde, 1.027 Euro zu zahlen.

Im Rahmen der Ermittlungen wurde festgestellt, dass der Angeklagte unter Vorlage der Postbenachrichtigung, aber unter eigenem Namen und ausgewiesen mit seinem eigenen Führerschein, das Notebook abgeholt hatte. Damit hatte die Polizei den Namen des Betrügers, aber der blieb zunächst noch einige Jahre unauffindbar, da er wohnungslos auf der Straße lebte.

Richter Jan Buchert zitiert aus der Betreuungsakte des Angeklagten, der nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten selbst zu regeln und deshalb einen Anwalt als Betreuer zur Seite hat. Der Angeklagte leide unter Antriebsschwäche, Depressionen und einer Alkoholabhängigkeit, heißt es in dem Betreuungsbericht.

Mehrfach saß der gelernte Landwirt im Gefängnis – hauptsächlich wegen Betrugstaten. Dieses Mal lässt ihn der Richter, auch mit Rücksicht auf die lange Zeit, die seit der Tat vergangen ist, mit einer Geldstrafe von 400 Euro davonkommen, die er in 20-Euro-Raten abzahlen darf.