Kreis Segeberg

„Xaver“ kann ruhig kommen

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Andreas Burgmayer

Die Hilfs- und Rettungskräfte, die Hochbahn und die AKN sind im Kreis Segeberg auf den Orkan vorbereitet

Kreis Segeberg . Ob „Xaver“ ein genauso rauer Geselle sein wird wie „Christian“, der den Norden Ende Oktober heimsuchte, das bleibt abzuwarten. Doch das Sturmtief, das von heute Morgen an mit Böen in Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h durch den Kreis Segeberg fegen wird, stößt in den Städten und Kommunen auf gut vorbereitete Hilfs- und Rettungskräfte. Die Polizei und die Feuerwehren haben ihre Lehren aus den Folgen des Orkans „Christian“ gezogen und sind mit dem Maximum an Einsatzkräften in Alarmbereitschaft. Auch die Hochbahn und die AKN wollen sich dieses Mal nicht von den erwartbaren Folgen des Sturmes überraschen lassen. Zusätzliche Einsatzteams sollen für befahrbare Schienenwege sorgen, zusätzliche Service-Angebote für mehr Aufklärung bei den Fahrgästen.

Die Feuerwehren: „In Norderstedt haben wir das Personal in der Leitstelle umstrukturiert und aufgestockt“, sagt Hauke Borchardt, Sprecher der Stadt Norderstedt. Die Feuerwehrleute der vier Ortswehren seien in Alarmbereitschaft.

Laut Dennis Oldenburg, dem Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, haben sich alle Kameraden der 116 Feuerwehren im Kreis Segeberg darauf eingestellt, dass der Donnerstagabend ein unruhiger werden wird. „Ich rechne mit ziemlich viel Holz. Die Bäume, die bei ,Christian’ einen Knacks bekommen haben, werden durch ,Xaver’ endgültig brechen.“ Zu den Vorbereitungen jeder Wehr gehöre es, dass bei einem angekündigten Orkan mögliche Gefahrenpunkte – etwa eingerüstete Gebäude oder ähnliches erkannt und möglichst gesichert werden. Wobei grundsätzlich jeder Hausherr für ausreichende Sicherung zuständig sei. Schwachstellen können auch lose Ziegel, Schornsteine oder Dachrinnen sein. Keller und Niedergänge sollten rechtzeitig vor eindringendem Wasser geschützt werden. Laub sollte aus Wassereinläufen wie Gullys oder Abflussrinnen verschwinden. Balkone und Terrassen müssen so gesichert werden, dass Möbel oder Pflanzen nicht umhergewirbelt werden können.

„Dieses Unwetter wird das ehrenamtliche System der Feuerwehren erneut stark fordern“, sagt Landesbrandmeister Detlef Radtke, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein. „Wir bitten daher alle Arbeitgeber um Verständnis, wenn ehrenamtliche Feuerwehrangehörige nicht ihrer regulären Tätigkeit nachgehen können.“

Die Polizei: Erfahrungsgemäß klingelt bei Sturm auch bei der Polizei pausenlos das Telefon. „Wir haben uns personell darauf eingestellt. Das haben wir aus den Erfahrungen mit Sturm ,Christian’ gelernt“, sagt Sandra Rüder, Sprecherin der Polizeidirektion in Bad Segeberg. Grundsätzlich sollten die Leute allerdings die 112 rufen, wenn der Sturm für Schäden sorge. „Die 110 ist nur bei Gefahr die richtige Wahl“, sagt Rüder.

Die U-Bahn und die AKN: „Wir haben unsere Einsatzteams verdoppelt“, sagt Christoph Kreienbaum von der Hochbahn. Statt zwei seien nun vier Baum-Teams im Einsatz. „Wenn eine Eiche auf die Gleise kippt mit drei Meter Stammdurchmesser brauchen wir die Feuerwehr. Alles andere schaffen wir mit unseren Teams beiseite“, sagt Kreienbaum.

So hofft die Hochbahn, die Linie U1 trotz Sturm in Bewegung zu halten. Die Züge werden allerdings nur mit 40 km/h unterwegs sein. Kreienbaum: „Wenn man im Sturm durch den Wald fährt, sollte man langsam fahren.“ Dafür sind alle Züge von morgens bis abends extra lang, also 120 Meter. Damit alle Fahrgäste Platz finden. Außerdem stehen im Falle des Falles mehr Info-Mitarbeiter auf den Bahnsteigen bereit. Die AKN hat ebenfalls alle Mitarbeiter in Alarmbereitschaft gesetzt, um eventuell umgestürzte Bäume von den Gleisen zu holen. Die Besetzung des Service-Telefons (04191/933933) wird bis mindestens 19.30 Uhr verlängert, sagt Sprecherin Monika Busch.

Die Kitas und Schulen: Am Mittwochabend gab es noch keine Anweisung vom Bildungsministerium in Kiel, die Schulen am Donnerstag zu schließen. Unter der Hotline 0800/1827271 können sich Eltern laufend über die Lage informieren, sagt Ministeriums-Sprecher Thomas Schunck. „Die Lage könnte sich durchaus noch entwickeln.“ Laut Norderstedts Schuldezernentin Anette Reinders seien grundsätzlich alle städtischen Kitas und die Schulen am Donnerstag geöffnet. „Die Eltern können aber je nach Wetterlage entscheiden, ob sie ihre Kinder losschicken oder nicht.“

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