Norderstedt

Ein klares Ja zur Auto-Show

Die Veranstaltung poliert das Image der Stadt und bringt den Umweltschutz voran, sagen Autohändler und Veranstalter

Norderstedt. SPD und Grüne wollen weitere Auto-Shows im Norderstedter Stadtpark verhindern – ein Vorstoß, der bei den Autohändlern und Veranstaltern auf Unverständnis stößt. „Das ist für mich ein Scheingefecht. Erstens haben wir wichtigere Themen in der Stadt, um sich politisch auseinanderzusetzen, und zweitens erschließen sich mir die Argumente der Auto-Show-Gegner nicht“, sagt Philipp Leuchtenberger von Stadac Automobile.

Auch die Veranstalter Oliver Hauschildt und Thomas Will haben Schwierigkeiten mit der Argumentation von SPD und Grünen. Die genauen Beweggründe für den Widerstand blieben im Dunkeln. „Darüber wollen wir mit den Parteien sprechen“, sagen Will und Hauschildt, die die gut besuchte Auto-Show im Stadtpark im Vorjahr organisiert hatten und die Präsentation dauerhaft etablieren möchten, zumal sie schon Verträge mit der Stadtpark-Gesellschaft für 2014 und 2015 abgeschlossen haben.

„Eine Wiederholung darf es nicht geben. Die Begründung der Geschäftsführung, dass damit Gewinne zur Pflege des Stadtparks erzielt werden, ist nicht nachvollziehbar. So wäre ja alles denkbar, Hauptsache der Gewinn stimmt“, hatte SPD-Fraktionschef Jürgen Lange kritisiert. Auf der Stadtpark-Homepage finde sich kein Wort über diese Art der Nutzung. Dafür würden unter anderem Umweltbildung und kulturelle Veranstaltungen genannt. Detlev Grube, Fraktionschef der Grünen, sagt: „Große Werbewirkung und gute Geschäfte mit Autos, das kann es im Stadtpark nicht sein. Wir bekennen uns zu einer nachhaltigen Stadtparknutzung mit naturnaher Erholung für Familien und Kinder und sagen nein zu reinem Kommerz mit einer Automesse.“

Gerade die Auto-Show sei nachhaltig. „Da geht es um die Mobilität der Zukunft, um Elektro-, Gas- und Hybrid-Fahrzeuge, die dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren“, sagt Bernd Glathe, Geschäftsführer von Auto Wichert. Möglichst viele Menschen müssten dafür sensibilisiert werden, und dafür sei der Stadtpark ein idealer Ort.

„Das Gelände ist groß genug, damit sich alle Autohändler dort gemeinsam präsentieren können“, sagt Frank-Michael Seftel, Geschäftsführer von Mercedes Behrmann. Das Ambiente sei toll, der Zuspruch groß gewesen. Schon bei der zweiten Autoshow werde die Besucherzahl deutlich steigen. „Es wäre äußerst bedauerlich, wenn eine so gelungene Veranstaltung nicht mehr stattfinden kann“, sagt Seftel. Ein Stopp der Auto-Show wäre ein Affront gegen das Engagement der Autobranche.

Er und seine Kollegen engagierten sich vielfältig als Sponsoren in der Stadt, in der sie Geld verdienen, Gewerbesteuer zahlen und sich wohl fühlten. Die Autohäuser unterstützten kulturelle Angebote wie den „Musikalischen Frühling“, den Arriba-Stadtlauf und die Sportvereine. „Es sieht für uns so aus, als wenn man ausgerechnet unsere Veranstaltung nicht will“, sagt Torsten Weitz von Hugo Pfohe. Da müsse man mal überdenken, ob man das Sponsoren-Geld nicht woanders ausgibt – eine Aussage, die die Kollegen teilen.

„Und was den Umweltschutz angeht, so sind wir nicht schlechter aufgestellt als andere Veranstalter“, sagt Leuchtenberger. Es handele sich um Neufahrzeuge, da tropfe kein Öl auf Wiesen und Wege. „Es gab nicht eine Beanstandung nach der Auto-Show“ sagt Oliver Hauschildt. Es liege ihm sehr am Herzen, den Stadtpark zu schonen, was durch sorgsame Planung und Durchführung gewährleistet werde.

„In Norderstedt gibt es keinen Festplatz oder zentralen Veranstaltungsort,“ sagt Mitveranstalter Thomas Will. Der Stadtpark mit Befahrbarkeit, Strom- und Wasseranschlüssen sowie Besucherparkplätzen sei für größere Veranstaltungen ausgelegt, um auch Besucher aus dem Umland anzuziehen und so die Wirtschaftlichkeit des Parks zu erhöhen. Dass dieses Konzept aufgeht, habe die Auto-Show mit der enormen Besucherzahl eindrucksvoll belegt. Andere Städte würden sich über eine solche Veranstaltung freuen.

„Wenn man die Gedanken der SPD und Grünen zu Ende denken würde, wäre ein Großteil der Veranstaltungen im Stadtpark nicht mehr machbar", sagt Hauschildt. Das würde bedeuten, dass das Budget der Stadtpark-Gesellschaft massiv zusammenschmilzt und der gute Zustand des Stadtparks schon drei Jahre nach der Landesgartenschau nicht mehr aufrechterhalten werden könnte. Für die Gastronomie im Stadtpark sind große Veranstaltungen eine wichtige Einnahmequelle. Aus Sicht der Veranstalter stehen die geplanten Themen der Auto Show Nord 2014 wie Solarcars und regenerative Antriebe sowie Mobilität mit dem Fahrrad im Einklang mit Nachhaltigkeit uns Umweltschutz. „ Wenn verstärkt diese wichtigen Neuerungen in Norderstedt präsentiert werden, ist das positiv für das Image der Stadt. Um das zu erreichen, setzen wir auf einen positiven Dialog zum Wohle der ganzen Stadt“, sagt Hauschildt.