Bad Bramstedt

Die Folgen des Kalten Krieges in der Ostsee-Region

Bei der Eröffnung des größten Verkehrsprojekts der DDR am 2. Oktober 1986 sprach die Propaganda von einer „Brücke der Freundschaft zum Lande Lenins“.

Bad Bramstedt. Tatsächlich hatten Ost-Berlin und Moskau unter strenger Geheimhaltung eine der wichtigsten strategischen Verbindungen des Kalten Krieges geplant: Die größten Eisenbahnfähren der Welt verbanden Rügen mit der Sowjetunion im 48-Stunden-Takt.

Wolfgang Klietz, Redakteur beim Hamburger Abendblatt, hat die Geschichte dieser spektakulären Linie über die Ostsee recherchiert und die erste Dokumentation über dieses historische Kapitel der 80er-Jahre geschrieben. Am Montag, 18. November, stellt er sein Buch „Ostseefähren im Kalten Krieg“ in der Volkshochschule Bad Bramstedt in der Alten Schule, Maienbeeck11, vor. Die Lesung mit Diskussion beginnt um 19 Uhr.

Das Sachbuch gilt als akribisch recherchierte Geschichte und als anschauliche Dokumentation über die Folgen des Kalten Krieges in der Ostsee-Region. Eindrucksvolle Fotografien zeigen die Dimension des Mammutprojekts.

Klietz wird in Bad Bramstedt von seinen spannenden Recherchen in der Stasi-Unterlagenbehörde und im Bundesarchiv berichten. Er wird von Zeitzeugen erzählen, historische Bilder zeigen, über die Spionageattacken der Geheimdienste bei Atomwaffentransporten informieren und darüber, dass die UdSSR eine ähnliche Verbindung nach Schleswig-Holstein bauen wollte. Das Buch „Ostseefähren im Kalten Krieg“ ist im Berliner Christoph-Links-Verlag erschienen. Karten zu fünf Euro gibt es an der Abendkasse.