Kommentar

Weitschauend Politik gemacht

Was macht Kaltenkirchen besser als andere Orte im Kreis Segeberg?

Den allgemeinen Trend wird auch diese Kleinstadt nicht kippen können, aber hier werden Wege aufgezeigt, wie mit einer ruhigen und vernünftigen Politik Hürden zu meistern sind.

Junge Familien zieht es in die Stadt, weil genügend Bauland zur Verfügung steht. Und das nicht erst seit heute: Schon vor vielen Jahren, noch unter Bürgermeister Ingo Zobel, wurde mit einer weitsichtigen Stadtentwicklungspolitik begonnen, die bis heute fortgesetzt wird. Damit ist Kaltenkirchen zum Bevölkerungsentwicklungs-Leuchtturm geworden.

Aber auch die anderen Städte und Gemeinden entlang der Boom-Achse Autobahn schneiden nicht schlecht ab. Norderstedt und Henstedt-Ulzburg betreiben seit Jahren eine ansehnliche Gewerbe-Ansiedlungspolitik, Bauland ist – zumindest in Norderstedt – rar und teuer. Da könnte noch einiges getan werden.

Für alle anderen Orte und Ämter im Kreis Segeberg sieht es düster aus. Pflegeheime statt Kindergärten – das ist die traurige Prognose. Da nützt auch die neue Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises Segeberg vermutlich wenig. Die WKS soll die strukturschwächeren Gebiete des Kreises unterstützen, hat sich bisher aber lediglich als Papiertiger ohne Schatten erwiesen. Ein netter Versuch, der aber kaum erfolgreich sein wird: Die Wirtschaft boomt an der Stadtgrenze zu Hamburg und an den Autobahnabfahrten. Mehr geht nicht. Mehr wird nie gehen.