Schröters Wochenschau

Klementine soll Kanzlerin werden

Haben Sie das auch so gerne gelesen wie ich? Leserinnen und Leser verrieten uns ihren persönlichen Lieblingsplatz im Kreis Segeberg.

In dieser Woche endete diese Aktion mit der Preisverleihung und einem lesergekröten Sieger-Lieblingsplatz: Es ist die Segeberger Kalkberg-Arena. Fragt sich nur, ob das noch gilt, wenn dort Peter Maffay singt.

Es ist ja eine Frage des individuellen Geschmacks, wann man sich wo am Wohlsten fühlt. Ich kenne auch ein paar Orte, deren bloßer Anblick in mir Glücksgefühle auslöst. An einem davon kann man von der Straße aus also sogar im Vorbeifahren wunderbar über die holsteinische Knicklandschaft blicken. Es gibt ein paar knorrige Weiden und gemütliche Vollzeit-Wiederkäuer. Das Ganze sieht aus wie eine 50er-Jahre-Heimatfilmkulisse, man wäre nicht weiter verwundert, würden plötzlich die Mädels vom Immenhof über die Wiese hoppeln. Die würden dort hinpassen.

Etwas anderes passt dagegen gar nicht: Mehrere Riesen-Plakatwände, mit denen diverse Parteien den Blick auf die Idylle vorübergehend zugebrettert haben. Hand aufs herz: Es Schaut doch sowieso keiner mehr auf solche Plakate. Und wenn doch, dann fragt sie/er sich, wieso jede Waschmittelwerbung aus dem letzten Jahrhundert origineller ist als die Sprüche auf den Wahlplakaten. Vielleicht wären die Werbe-Ikonen von damals auch im aktuellen Wahlkampf Erfolgsgaranten. Immerhin wäre unsere Republik mit Klementine als Kanzlerin viel sauberer, und Frau Antje könnte im Familienministerium auch jede Menge Käse machen. Zum Glück ist Käse nur begrenzt haltbar. Ebenso wie Wahlwerbung. Noch eine gute Woche, dann ist die Wahl gelaufen und die Stellwände werden wieder eingesammelt. Bis dahin ist mir mein Lieblingsplatz verleidet. Man sieht dort einfach nichts mehr. Na gut, links und rechts der Plakatwände und durch Spalten dazwischen blitzt sattes Weidegrün. Ab und zu eröffnet sich ein Durchblick auf schwarzbuntes Vieh, das immer noch gemächlich artgerechte Ruhe bewahrt und sich von den Wahlplakaten offensichtlich nicht im Geringsten stören lässt. Was daran liegen könnte, dass die Schwarzbunten von ihrer Wiese aus nur die Rückseite sehen.

Die ist leer.