Hartenholm

Ein Bürgermeister auf dem Holzweg

Hartenholms Verwaltungschef Hans-Burkhard Fallmeier liefert seinen Kunden das Schüttholz noch persönlich aus

Hartenholm. „Nun kann der Winter kommen“, sagt Hans-Burkhard Fallmeier, 60. „Heute bringe ich Mischholz: Esche, Buche und Eiche, alles knochentrocken.“ Drei Kubikmeter Schüttholz poltern von seinem Kipplader hinunter auf den Rasen.

Fallmeier, Chef auf Waldgut Hartenholm, ist einer vom alten Schlag. Er liefert seinen Stammkunden das Kaminholz noch selber vor die Haustür. „Ich pflege gerne den persönlichen Kontakt“, sagt der gelernte Maschinenbauingenieur, Herr über 466 Hektar Land, darunter 360 Hektar Wald im Segeberger Forst. „Ich freue mich über jedes Feedback.“ Kontaktpflege ist ihm auch auf anderem Gebiet wichtig, denn seit drei Monaten hat er noch einen Zweitjob. Der füllt ihn fast noch mehr aus als der Verkauf von Kaminholz. Seit dem 12. Juni ist CDU-Mann Fallmeier Bürgermeister in der 1800-Seelen-Gemeinde Hartenholm.

Bei der Kommunalwahl Ende Mai wurde die CDU stärkste Fraktion und hatte das Vorschlagsrecht für den Posten des Verwaltungschefs. Fallmeier, seit vielen Jahren CDU-Mitglied, wurde gefragt. „Eigentlich wollte ich diesen Job nicht auch noch übernehmen“, erzählt er.

Schon einmal war er nämlich zwölf Jahre Gemeindevertreter. Eigentlich stand danach für ihn fest, dass er nie wieder kommunalpolitisch tätig werden würde. Die CDU-Fraktion, außer ihm sind es noch vier Hartenholmer, hat ihn doch noch einmal überreden können. Fallmeier wurde einstimmig für fünf Jahre zum neuen Bürgermeister gewählt.

Die Gemeinde Hartenholm ist verwaltungstechnisch dem Amt Kaltenkirchen-Land zugeordnet. „Da kannte ich noch nicht jeden, da musste ich mich erst neu orientieren“, gesteht Fallmeier. Doch er hat nach eigener Aussage schon einiges bewirken können. „Wir haben unter anderem die gesetzlichen Vorgaben in Sachen Kindergärten und Krippenplätze erfüllt“, sagt er stolz. Die Marschroute für seine Amtszeit sieht so aus: „Als Bürgermeister muss man ein großes Netzwerk haben und seine Beziehungen spielen lassen. So komme man eher an die Töpfe mit Fördergeldern heran, die den Gemeinden zustehen. Auch müsse man sich in den Kreisgremien und Veranstaltungen sehen lassen und könne vieles gleich regeln.“

Werden Bürger 80, 85 oder 90 Jahre alt, gratuliert Fallmeier als einer der ersten mit einem kleinen Präsent: „Ich muss das alles lernen.“

Die Politik hat ihn wieder voll im Griff. Deshalb hat Fallmeier die Bewirtschaftung seines Waldes weitgehend in die Hände von Ehefrau Birgit übergeben. Nur das Kaminholz, das lässt er sich nicht nehmen, liefert er seinen Stammkunden weiterhin persönlich bis vor die Tür.