Bad Segeberg

Wissenschaftliche Studien in den Segeberger Kliniken

Hat die neue Stent-Generation einen verbesserten Behandlungserfolg? Kann ein neues Herzmittel Herzinfarkte verhindern? Das sind Fragen, nach deren Antworten im Zentrum für Klinische Studien (ZKS) in den Segeberger Kliniken geforscht wird.

Bad Segeberg .

Mit sechs Mitarbeiterinnen werden jährlich etwa 500 Patienten in Studien begleitet, bis zu 1000 sind in der Nachbeobachtung. Wenn ein Patient zum Beispiel wegen eines Schlaganfalles in einer anderen Klinik aufgenommen wurde, werden weitere Unterlagen eingeholt und recherchiert, ob ein vorher eingesetzter Stent oder ein Medikament mit dem jetzigen Ereignis etwas zu tun haben können, erklärt Dr. Ralph Tölg, Leiter des ZKS. Jedes besondere Ereignis, jede Nebenwirkung werde an den Auftraggeber und die Gesundheitsbehörden gemeldet, auch wenn dies bis zu fünf Jahre später auftritt.

Von der Forschungsarbeit des ZKS profitiert auch die Patientenversorgung im Herzzentrum, denn die neuesten Pharma- und Medizinprodukte werden den betroffenen Patienten angeboten. So wurden Patienten des Herzzentrums bereits sehr früh mit innovativen bioresorbierbaren Stents oder kathetergestützter Klappenimplantationen versorgt, da Medizinprodukthersteller hier sehr sorgfältig die Kliniken nach der Qualität der Behandlung auswählen.

"Durch Studien werden auch unsere ärztlichen Kollegen ständig in den Therapie- und Betreuungsstandards geschult, müssen sich für Behandlungen zertifizieren und sehr sorgfältig die Patienten nachbetreuen", sagt Ralph Tölg. "Auch davon profitieren die Patienten, da hohe Sicherheitsstandards angelegt werden." Zudem werde durch Nennung in Publikationen internationaler Studien die Reputation des Herzzentrums gesteigert.

Zu den Auftraggebern des Herzzentrums zählen Pharmaunternehmen und Medizinproduktehersteller. Das Zentrum für Klinische Studien trägt sich nach Angaben Tölgs dadurch finanziell selbst. Daneben sei aber auch die unabhängige klinische Forschung ein wesentlicher Aspekt.