Norderstedt

Viele Aufgaben und eine Leidenschaft

In unserer Serie Menschen in der Kirche stellen wir heute die Sozialmanagerin Tabea Müller vor

Norderstedt. Wer Tabea Müller zum ersten Mal sieht, der kann sich kaum vorstellen, wie viel Energie in der Frau steckt. Müller ist klein und zierlich, aber der äußere Eindruck täuscht. Denn ihre vielen Aufgaben bewältigt die 40-jährige gebürtige Sächsin mit viel Engagement, und neue Herausforderungen nimmt sie gerne an. Beispielsweise die Leitung des Cafés EinMAHLig am Falkenberg, die sie 2012 nach ihrer Rückkehr aus Afrika übernommen hat. Dabei hatte Müller, die seit 2003 beim diakonischen Werk des Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein beschäftigt ist, auch ohne Café eine Menge zu tun.

Der Schwerpunkt liegt dabei bei der TAS, der Tagesaufenthaltsstätte. Hier begann sie 2003 mit ihrer Arbeit in Norderstedt, ganz in der Nähe des jetzigen Standorts Lütjenmoor. "Wir hatten einen Container, da wurde geraucht, gekocht und beraten", erinnert sich Müller. Denn neben der Aufenthaltsstätte war und ist die TAS Anlaufpunkt für viele Hilfesuchende, die eine Beratung brauchen - von Tabea Müller. Zudem leitet sie die Wohnungslosenberatung in Norderstedt und kümmert sie sich um das Fundraising in der Diakonie.

Seit 2007 kann sie in der TAS auch die Tür schließen, wenn jemand sie um Rat fragt. "Ich habe es geschafft, mit viel Geduld und Hartnäckigkeit, dass wir neue Räumlichkeiten bekommen konnten." In einfacher Bauweise und mit viel Eigenleistung - durch Ehrenamtliche und Klienten der TAS - entstand das neue Gebäude.

Sie ist stolz auf das, was sie und ihre Mitarbeiter geleistet haben, und zeigt gerne die Fotos vom Bau und der Einweihung mit Schirmherr Carlo von Tiedemann. "Heute ist es eine Einrichtung, die nicht mehr wegzudenken ist", sagt Müller. Täglich kommen etwa 30 Menschen in die TAS, wo es nicht nur etwas zu Essen und ein Dach über den Kopf gibt, sondern auch Waschmaschine und Dusche, Internet und vor allem Leute die Zuhören. "Wir sind kein Getto, sondern ein offenes Haus", sagt sie.

Dass sie immer wieder neue Herausforderungen sucht, zeigte sich auch von 2009 bis 2011. In dieser Zeit ließ sich Müller beurlauben, arbeitete in Kamerun und half Frauen, wirtschaftlich auf eigenen Füßen zu stehen. "Afrika ist sowas von extrem, faszinierend und umwerfend. Es stellt das Wertesystem auf den Kopf", sagt sie, die bereits viel in der Welt herumgekommen ist. Allerdings sei die Arbeit mit den Frauen in Afrika auch nicht so viel anders als Sozialarbeit hier: "Man muss den Menschen zuhören und erkennen, was die Leute wollen und können."