I love SE

Liebeserklärungen an Kreis Segeberg

Liebeserklärungen an den Kreis Segeberg. Heute stellen wir Ihnen noch einmal neun Lieblingsorte der Abendblatt-Leser vor.

Über Stock und über Stein, am liebsten bergauf, bergab: Dann ist Olaf Becker, 46, in seinem Element. Nach Feierabend holt der Autoverkäufer aus Wilstedt sein Rennrad aus der Garage und fährt los. Manchmal zur Entspannung in Freizeitkleidung, oft auch im Renndress für ernsthaftes Training. Gerne fährt er zur Costa Kiesa. "Das Gelände am Baggersee ist ideal fürs Crosstraining, und danach nehme ich ein erfrischendes Bad", sagt Becker.

Sven Wittenburg, 43, war acht Jahre alt, als er das erste Mal einen Golfschläger in der Hand hatte. Sein Sohn Jenke wird im September vier Jahre und weiß heute schon, was eine Driving Range ist und wie man den Ball am schnellsten ins Loch befördert. "Ich glaube, er wird mir nacheifern", sagt der Vater. Für den erfahrenen Golflehrer, der auch als Fitnesstrainer arbeitet, ist der 1975 gebaute Platz des GC Bad Bramstedt mit Neun-Loch-Anlage wie ein zweites Zuhause. In der Wohnanlage des Golfclubs haben seine Eltern gelebt, von dort waren es nur wenige Schritte bis zu den Greens. Da spielt heute viel Emotionalität mit.

Fünf Kilometer liegen noch vor ihm. "Da mache ich erstmal eine kleine Pause", sagt Ludwig Reese, 61, und steigt vom Fahrrad. Auf dem Weg von Bimöhlen zum Hof Weide hält er bei einer kleinen Holzbrücke. Er lehnt sich über das Geländer und schaut zu, wie unter ihm das Rinnsal eines Entwässerungsgrabens sprudelt. "Irgendwann wird es die Osterau erreichen. Hier ist es herrlich ruhig, an diesem Ort kann man vom Alltag so richtig abschalten", sagt Reese, der sich mit Stadt- und Verkehrsmarketing beschäftigt und in Wiemersdorf wohnt.

Freier Blick auf die Knicklandschaft bei Schmalensee. Buche und Eiche wachsen hier direkt nebeneinander, fast schon ineinander. Dass das etwas Besonderes ist, weiß Antonia Fehrenbach. Schließlich ist die 56-Jährige eine studierte Biologin. Als sie mit ihrem Mann im Oktober 2011 nach Schmalensee zog, suchte sie zunächst ein wenig nach einem schönen Wald. "In Schleswig-Holstein gibt es ja nicht besonders viele Wälder", sagt sie. Gefunden hat sie schließlich das kleine Waldstück Karkhoop. Es liegt zwischen Schmalensee und Stocksee inmitten der schönen Knicklandschaft ganz im Nordosten des Kreises Segeberg. An seinem Rand stehen der Buchen- und der Eichenbaum, die gemeinsam in die Höhe wachsen. Etwa zwei Mal in der Woche kommt sie in den Wald, das ganze Jahr über. "Ich beobachte gerne Fledermäuse und Vögel", sagt sie.

Gerade der Rand des Waldes hat es ihr angetan, weil man dort kaum gesehen wird, gleichzeitig aber einen freien Blick auf die Knicks hat. Svenja Krüger liebt den Großen Segeberger See. "Wenn ich frische Luft schnappen muss, dann führt mich mein erster Weg in Richtung See", sagt sie. Und so kommt es, dass der See am Rand der Kreisstadt viele Märchen und Geschichten zu hören bekommt. Denn Krüger arbeitet hauptberuflich als Erzählerin und lernt regelmäßig Märchen und Geschichten auswendig. "Denn eine Erzählerin erzählt, sie liest nicht vor", stellt die 38-Jährige klar. Zum Lernen ist dabei die Natur für Krüger ideal. "Hier gibt es kein Büro, kein Telefon, hier bin ich ungestört", sagt sie. Zwar wuchs sie in Bad Segeberg auf, lebte aber, bevor sie sich vor vier Jahren selbstständig gemacht hat, in Hamburg. Dabei nutzt sie nicht nur bei der Vorbereitung auf die verschiedenen Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene den Großen Segeberger See. Unter anderem bietet sie auch Wanderungen mit Märchen und Geschichten an seinem Ufer an.

Nur fünf Minuten geht Erika Bothe, und schon steht sie an ihrem Lieblingsplatz. "Der kleine Teich an der Fritz-Schumacher-Straße in Norderstedt kann eine Seltenheit aufweisen. Irgendjemand hat hier Seerosen hinein gesetzt, das ist ein wunderschöner Blickfang", sagt Erika Bothe. Der Teich erinnert sie auch an viele lauschige Stellen am Wörthersee. "Diese lang herunter hängenden Weidenzweige, das leise Rascheln der Blätter im Wind, das alles gibt mir Ruhe, und ich bin doch mitten in Norderstedt und nur fünf Minuten von meinem Zuhause", sagt die Frau, die sich in Norderstedt stets aktiv für Kunst und Kultur eingesetzt hat. Besonders gern erinnert sie sich an die Zeit, als sie mit ihrem damals dreijährigen Enkelsohn William an den Teich gegangen ist. "Damals gab es hier noch Enten, die soll man zwar nicht füttern und schon gar nicht Brot ins Wasser werfen, doch er ist immer zurück nach Haus gesaust, hat altes Brot geholt und die Enten gelockt", sagt Bothe. Auf dem Rückweg habe der heute elfjährige William, der mit seinen Eltern in den USA lebt, dann fröhlich "Alle meine Enten schwimmen auf dem See" gesungen. Bald sieht sie William wieder. Im September kommt die Familie zur Großmutter nach Norderstedt. Es gibt sie, die naturbelassenen, idyllischen Plätze in Norderstedt. Auch Iris Ebert ist fündig geworden. Vor vier Jahren ist die 52 Jahre alte Sozialpädagogin aus Westensee nahe Kiel nach Norderstedt gezogen. "Seitdem war ich immer wieder auf der Suche nach neuen Lieblingsplätzen", sagt sie und ergänzt: "Bis ich das Wittmoor gefunden habe." So oft es geht, schaut sie dort vorbei.

Piet Verschragen hat in seinem Leben viele Städte gesehen. Geboren im niederländischen Den Haag, ist der heute 76-Jährige mit seiner Frau Christel 13-mal umgezogen. "Aber nirgendwo haben wir so lange gewohnt wie jetzt in Kaltenkirchen", sagt Verschragen. Der Diplom-Ingenieur im Ruhestand sitzt gerne in dem Café neben dem Rathaus an der Holstenstraße, trinkt einen Espresso und beobachtet das geschäftige Treiben in der Stadtmitte.

Zugegeben, der Mözener See ist für Norderstedter wie Helga Rensch nicht unbedingt spontan erreichbar. Doch die Anfahrt - eine knappe Dreiviertelstunde über die B 432 in Richtung Bad Segeberg, mit dem Fahrrad dauert es ein gutes Stück länger - lohnt sich. Das Gewässer mit seiner kleinen Badestelle auf Mözener Seite und einem Campingplatz bei Wittenborn ist naturbelassen, die Wasserqualität ist sehr gut. "Ich habe den See vor 25 Jahren mit meinen Kindern entdeckt", sagt Helga Rensch, 66, die als gebürtige Ostfriesin seit jeher ein Faible für das Baden hat.