Bad Bramstedt

Neue Spezialisten helfen bei "Rücken"

Das Klinikum Bad Bramstedt verpflichtet drei "erstklassige Operateure" als Wirbelsäulenchirurgen und arbeitet mit dem UKE zusammen.

Bad Bramstedt . Jeder fünfte Deutsche leidet unter chronischen Rückenschmerzen. Viele fürchten den schmerzhaften Bandscheibenvorfall oder haben ihn bereits hinter sich. "Wirbelsäulenprobleme nehmen zu", haben die Experten die Spezialisten vom Klinikum Bad Bramstedt festgestellt und reagieren auf die zunehmenden Probleme der Patienten mit "Rücken": Die Fachklinik hat drei neue Wirbelsäulenchirurgen eingestellt. Klinikum-Geschäftsführer Jens Ritter bezeichnet die Ärzte Jörg Beyerlein, Christian Schäfer und Jörn Steinhagen als "erstklassige Operateure".

Verschleißerkrankungen Nehmen massiv zu

700 bis 800 Wirbelsäulenoperationen gehören pro Jahr zum Programm in den OPs des Klinikums. Hinzu kommen mehrere 1000 Patienten in den Sprechstunden, für die Beyerlein, Schäfer und Steinhagen als leitende Ärzte ebenfalls verantwortlich sein werden. "Die Tendenz zeigt nach oben", sagt Steinhagen, der von einer massiven Zunahme der Verschleißerkrankungen spricht. Das Klinikum will versuchen, mit dem Team Patienten aus dem gesamten holsteinischen Raum nach Bad Bramstedt zu holen.

Steinhagen kommt von der Endo-Klinik in Hamburg. Beyerlein und Schäfer gehörten zum Universitäts-Klinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), das eng mit dem Bramstedter Krankenhaus zusammenarbeitet. Das UKE verfügt in seiner Orthopädie über keine eigenen Betten, sondern behandelt seine Patienten stationär in Bad Bramstedt. "Wir bieten medizinische Versorgung auf universitärem Niveau und neuestem Forschungsstand", sagt Geschäftsführer Ritter.

Er und die drei Ärzte betonen, dass es im Klinikum nicht zu den vielfach als überflüssig kritisierten Rückenoperationen kommen werde, die weniger der Therapie, sondern vielmehr dem Budget dienen soll. "Es werden keine Fallzahlen vorgegeben", sagt Ritter. Auch Boni für ein Maximum an Operationen sind nicht vorgesehen. Vielmehr gehe es darum, sich an den Bedürfnissen der Patienten zu orientieren.

Diese Bedürfnisse können sehr unterschiedlich sein, hat Steinhagen festgestellt, der mit seinen beiden Kollegen operiert, aber auch die sogenannten konservativen Behandlungsmethoden anbietet: Physiotherapie, Medikamente, Kälte- oder Wärmebehandlung. Wer als Jungunternehmer einen Bandscheibenvorfall erleide und möglichst schnell ins Büro zurückkehren muss, erwarte von den Orthopäden andere Behandlungsmethoden als beispielsweise eine alte Frau mit Wirbelsäulenverkrümmung, die zu Hause ihren Mann pflegen muss.

Die Orthopäden behandeln im Klinikum auch Tumore

Beyerlein, Schäfer und Steinhagen planen außerdem, ihre Patienten mit minimalinvasiven Methoden zu therapieren. Bei dieser modernen Behandlungsform können große Operationen durch mikroskopisch kleine Eingriffe ersetzt werden. Außerdem werden die Orthopäden im Bramstedter Klinikum bei der Behandlung von Tumoren mitarbeiten.

Bei ihrer Arbeit setzen die drei Ärzte auf Teamwork statt auf klassische Krankenhaushierarchie. Jeder von ihnen ist Spezialist auf seinem Gebiet, gemeinsam besprechen sie in Fallkonferenzen die Probleme der Patienten.

Das Klinikum hat die Wirbelsäulenchirurgie nach dem Weggang von Torsten Ernstberger neu organisiert. Er wechselte im April vom Klinikum Bad Bramstedt zur Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg und soll dort eine neue Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie aufbauen.