Moment mal!

Ungeheuer langweilig

Eine tiefgründige Rückschau von Bernd-Olaf Struppek

Kaimane und Killer-Hechte, wo seid ihr? Was waren das noch schöne Zeiten, als, kaum hatte sich das Sommerloch aufgetan, wie von Zauberhand blutrünstige Ungeheuer aus den Tiefen der Teiche und Tümpel auftauchten. Nein, die Rede ist hier nicht von verzweifelten Kanzlerkandidaten, die die politische Sommerpause zu Beißattacken nutzen.

Vielmehr erinnere ich mich gerne an Sammy, den ausgebüxten Alligator, an Sensationsmeldungen über angriffslustige Mega-Hechte oder archetype Monster in Gestalt von Schnappschildkröten. Einmal irgendwo in die Schlagzeilen geschwappt, tauchten Killerkarpfen Kuno und die anderen Schnapper und Beißer im Hochsommer überall in Journalen der Republik auf. Wenn gar nichts ging, wurde in Schottland Nessy gesichtet.

Dieser Sommer ist bislang langweilig, weil blutleer. Gerade mal ein Hechtbiss in die Hand einer Nackbaderin steht zu Buche. Vielleicht schaffen es tierische Sommerlochgeschichten nicht auf die Titelseiten, weil diese von Stories über die unergründlichen Sümpfe der internationalen Geheimdienste bestimmt werden. Aber was bitte ist Petze Snowden gegen die Sichtung einer Anakonda im Harburger Binnenhafen?! Aber da ist auch immer nur Gunther Gabriel zu entdecken.

Viel Platz in den Gazetten ist für den jüngsten Spross des britischen Königshauses reserviert. Ein Schelm, der bei Sommerloch-Ungeheuer jetzt Böses denkt...