Norderstedt

Kindertagesstätte Pellworminsel - eine Insel zum Spielen

Mit einem Sommerfest feiert die städtische Kita an der Pellwormstraße am Sonnabend ihren 25. Geburtstag. In der Kita wird die sprachliche Entwicklung der Kinder gezielt gefördert.

Norderstedt. Mylo schiebt sich sein Baseball-Cap hinter die Ohren. Enis will spielen, und Paul guckt erstaunt auf die vielen Leute, die plötzlich durch den Garten laufen. Paul ist der jüngste des Trios, er ist 14 Monate, Enis und Mylo sind schon zwei Jahre alt. Paul ist auch der Jüngste in der Kindertagesstätte Pellworminsel. Die wiederum ist dagegen schon recht alt - sie feiert jetzt ihren 25. Geburtstag.

Für Sonnabend, 22. Juni, lädt Norderstedts erste stadteigene Kita zum Sommerfest ins Haus an der Pellwormstraße 15 ein. Unter dem Motto "Auf in den Märchenwald" haben die Erzieherinnen und Erzieher um Leiterin Andrea Scherbarth mit ihren Kolleginnen aus der eigenen Küche viele Überraschungen für Auge, Ohr und Gaumen vorbereitet.

Norderstedt wuchs, und die städtische Kindertagesstätte wurde rasch zu klein

Als NoMi I - Norderstedt-Mitte 1 - wurde die Kita Pellworminsel 1988 gegründet. Norderstedt wuchs, rund um die Pellwormstraße bauten junge Familien neue Häuser, und die städtische Kindertagesstätte wurde rasch zu klein. "Bei uns gab es noch nie freie Plätze", sagt Andrea Scherbarth. Die Stadt baute neben NoMi I ein Holzhaus für die Kinder, die keinen Platz in NoMi I bekommen hatten. Das Holzhaus wurde offiziell NoMi II, aber sofort Wichtelhöhle genannt. "Die Kindertagesstätte war jahrelang eine der größten Kitas in Norderstedt und galt der Stadt als Vorzeige-Objekt", sagt Scherbarth.

Die Bedingungen der ersten Jahre waren hart, denn mehr als 110 Kinder in NoMi I und noch einmal 88 Kinder in NoMi II mussten von viel zu wenig Erzieherinnen betreut werden. Doch dank engagierter Eltern wurden die Hürden genommen. Heute hat die Einrichtung 22 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und als Herzstück eine große Küche mit zwei Köchen. "Wir kochen auch für die Kitas Wichtelhöhle und Storchengang, darauf sind wir sehr stolz", sagt Scherbarth.

"Die Küche wird von den Kindern sehr geliebt", sagt Katrin Fasel. Die Elternbeirats-Vorsitzende hat ihren fünfjährigen Sohn in der Pellworminsel und ist von der Atmosphäre der Kita und auch von dem Angebot der Küche begeistert. "Es gibt Kinder, die wissen gar nicht, wie Gemüse in nicht zubereitetem Zustand aussieht", sagt Scherbarth. Deshalb gibt der Koch für die Kinder kleine Kochkurse. Sie dürfen Gemüse putzen, Kuchen backen, lernen die Zutaten kennen. "Wenn wir beispielsweise eine Gemüsesuppe kochen, bauen wir das ganze Gemüse vorher schön auf, damit die Kinder wissen, wie das aussieht und was welches Gemüse ist", sagt Scherbarth.

2004 richtete die Kita eine Integrationsgruppe ein, in der eine heilpädagogische Fachkraft die Erzieherinnen unterstützte. Die musste allerdings inzwischen aus Personalmangel wieder aufgelöst werden. "Wir machen jetzt Einzel-Integration - das heißt, eine heilpädagogische Kraft betreut verhaltensauffällige Kinder gezielt", sagt Scherbarth. 2010 wählte ihr Team mit Kindern und Eltern statt des technischen Namens NoMi I den Namen Pellworminsel für die Kita, die nun als Leuchtturm-Projekt, als Ankerplatz für die Kinder verstanden werden soll. "Wir wollen die Kinder in ihrer Lebenswelt abholen", sagt die Leiterin. Dazu gehöre auch, dass für jedes Kind ein Kita-Tagebuch geschrieben wird, das sie zum Abschied als Erinnerungsbuch erhalten. "Da kleben wir auch Fotos von Festen und anderen Ereignissen hinein, fragen die Kinder aber immer, ob sie das Bild auch in ihrem Tagebuch haben möchten", sagt Scherbarth.

Die sprachliche Entwicklung der Kinder wird gezielt gefördert

Den Eltern der Einrichtung werden regelmäßig Entwicklungsgespräche über ihre Kinder angeboten. "Natürlich gibt es auch Tür-und-Angel-Gespräche, und wir sind für Sorgen immer spontan ansprechbar", sagt die Erzieherin. Gezielt gefördert wird auch die sprachliche Entwicklung der Kinder, besonders vor der Einschulung.

Für die Zukunft hofft Scherbarth auf mehr pädagogische Fachkräfte: "Wir haben manchmal schwierige Verhältnisse, denn oft überhäufen uns die Kinder mit ihren Problemen, und die Eltern wollen die Probleme oft einfach nicht sehen."

Andrea Scherbarth und ihre Kollegen, und dazu zählt sie auch ausdrücklich den Hausmeister Anatoli Shmelilin, der stets für die Kinder da ist, wollen den Kindern in der Pellworminsel eine Oase einrichten und gleichzeitig dem Bildungsanspruch gerecht werden. "Über allem aber steht eines, Kinder sollen spielen, das ist die Hauptsache für sie", sagt Scherbarth.

Am Sonnabend, 22. Juni, lädt die Kindertagesstätte Pellworminsel von 14.30 Uhr an unter dem Motto "Auf in den Märchenwald" zum Sommerfest mit vielen Spielen und Überraschungen ins Haus an der Pellwormstraße 15 in Norderstedt ein.